blauschwarzberlin: Letzte Lektüren - Podcast #37 Februar 2022

Shownotes

An so einem erschütternden Tag wie dem Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine ist es schwer, an gesetzten Terminen festzuhalten. Wie kann man über Literatur sprechen, wenn da gerade die Welt aus den Angeln fliegt? Aber aus welchem Grund sollten wir es ausgerechnet jetzt nicht tun? Und so sind wir bei euch und ihr bei uns, vereint in dem Gefühl des Unfassbaren und doch mit einem klaren Blick auf das, was Texte uns bieten können, um innerlich stabil zu bleiben, vielleicht sogar Trost zu finden. Wir lesen, was bereits vor über hundert Jahren über den Krieg gedichtet wurde, von einem der dabei war und der die Erbärmlichkeit des Krieges beschrieb wie noch keiner zuvor. Danach finden wir tierische Ablenkung: Nicht weil Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen, sondern weil Schwein auf Gott trifft und mit grandiosen literarischen Mitteln davon erzählt. Von dort geht es direkt weiter, in die düstere Geschichte Argentiniens und in die okkulten Bräuche einer machthungrigen Familie. Doch auch von der Magie der Liebe, wird uns erzählt, die in diesem rauschhaften Leseerlebnis ein Gegengewicht bildet. Doch was, wenn man die Liebe zwischen Bratkartoffeln findet und ein uneheliches Kind dazu?. Wohin führt diese Offenbarung über den Vater im Leben und Schreiben einer Schriftstellerin? Zu einem Roman? Zu Wut? Könnte man Wut oder Unangepasstheit vielleicht herausoperieren und Menschen, Frauen vor allem, damit umgänglicher machen, leichter zu handhaben für eine patriarchale Gesellschaft? Apropos leicht: Welche Last trägt die Krankenschwester unter ihrer Tracht? In eilig fliegender Zeit gibt es dann noch hastig Bejubeltes: Die Bedeutung der Bücher für die Menschen führt den Kreis an den Anfang unseres Gesprächs zurück und ein ersehnter Roman ist genauso grandios wie erhofft.

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