blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #84 Mai 2026
Shownotes
Zu Beginn unserer Mai-Folge laden wir euch ein zu einer Live-Veranstaltung in die Stabi. Am 27. Mai wird Maria im altehrwürdigen Humboldtsaal mit der tschechischen Autorin Anna Beata Háblová und der deutschen Autorin Anette Selg über ihre neuen Bücher sprechen. Kommt gern vorbei! Danach lässt Ludwig mit den Weltraumgedichten von Alexander Schnickmann zwei Galaxien sich sanft streifen. Aber nur einmal. Danach heißt es schon wieder Abschiednehmen, von der Nacht, einem Gefühl oder einer früheren Version unseres Selbst. Das gelingt am besten mit den stärkenden Gedanken von Gabriele Arnim zu allem, was uns gerade umgibt. Manchmal braucht es auch ein Gewehr, um wirklich Abschied nehmen zu können, zeigt uns Muri Darida in seinem ersten Roman. Das kann von einem kleinen Dorf in Ungarn sein oder von der Vergangenheit. Oder, wie in Sharon Dodua Otoos neuem Roman, von einem Mann, der einem tierisch auf die Nerven geht. Auf wenigen Seiten gelingt ihr die absolut plausible Herleitung eines Mordes. Ähnlich knapp und präzise schreibt auch Katerina Poladjan ihrem preisgekrönten neuen Roman. Der lässt zwischen den Zeilen viel Zeit, vom Strand am Schwarzen Meer zu träumen. Zum Schluss empfiehlt Maria noch ein Fährenbuch ihrer Lieblingsübersetzerin aus dem Dänischen und Ludwig einen sehr klugen, feministischen Essay über Puppen.
Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören!
Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin.
Eine Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin.
Transkript anzeigen
00:00:06: Blauschwarz-Berlin, der Literaturpodcast
00:00:09: aus der Stabi.
00:00:11: Wir sind Ludwig Lohmann
00:00:12: und Maria Christina
00:00:13: Piwowarski Und einmal Monat treffen wir uns und reden über die Bücher, die uns in letzter Zeit beschäftigt
00:00:18: und begeistert haben.
00:00:22: Blauschalz Berlin, Der LiteraturPodcast
00:00:25: live aus der Staatsbibliothek Berlin.
00:00:31: Willkommen zum Blau-Schwarz Berlin Literatur Podcast live aus der Stabi Berlin.
00:00:38: Liebe Ludwig Lohmann ist auch dabei!
00:00:39: Hallo!
00:00:41: Natürlich, wo kommst du gerade her?
00:00:44: Das war noch der Regisseur eben.
00:00:47: Wir haben heute keinen Kamerakind.
00:00:49: die Begrüße gehen raus
00:00:51: Gute Besserung.
00:00:52: Ich glaube, es hat einen Knatz.
00:00:53: Das
00:00:53: geht nicht!
00:00:55: Auch das gehört zu live Podcasts, dass man ab und zu mal gucken muss ob das überhaupt alles so funktioniert.
00:01:01: So, knatscht er nicht mehr?
00:01:03: Erzählen wir uns ein bisschen.
00:01:04: Also ich habe kein Gnatstuhl, vielleicht musst du ganz still
00:01:06: sitzen heute.
00:01:07: Ja,
00:01:07: ich sitze ganz
00:01:07: still, das ist ja was mit gar nicht schlecht für mich.
00:01:09: Ich weiß
00:01:10: aber wir werden es heute üben und probieren und es wird jetzt ein bisschen schwierig weil du willst ja auch noch einen Wein entkorken?
00:01:16: Kann ich dir ja nicht mal abnehmen wenn sie schon wieder in den Stuhl wechseln?
00:01:24: Na es muss alles perfekt sein.
00:01:26: irgendwann
00:01:27: Mal!
00:01:27: Für euch!
00:01:28: Ruckel, ruckel
00:01:28: mal!
00:01:30: Perfekt.
00:01:31: Schön, dass ihr uns zuhört.
00:01:33: Während du den Wein entkorkst werde ich vielleicht noch eine schöne Ankündigung machen.
00:01:36: wir waren ja neulich schon mal zusammen in der Stabi.
00:01:39: also Ich habe dich auf der Bühne bewundert als es keinen Podcast gab und zwar gibt es hier gerade diese schönen Ausblicke bereits auf das Ehren-Gastland der Frankfurter Buchmesse Tschechien Und da hast Du eine Lesung hier moderiert Das war sozusagen der erste Teil mit Peter Cestak und Michael Ross.
00:02:04: Und hast über ihre Bücher gesprochen, und es wird sich noch mal wiederholen allerdings in anderer Besetzung am siebenundzwanzigsten Mai um achtzehn uhr drei
00:02:14: Uhr.
00:02:14: Bist du auf der Bühne?
00:02:14: Ich
00:02:14: bin ich auf der bühne und mache was ähnliches und zwar mit Annette Selk die erzählen wird über ihr Buch das Jahr bevor ich verschwand im Schöpfling-Verlag Anna-Biata Hablova, die Schicht erscheint in der Übersetzung von Julia Miesböck im Gepardenverlag dieser Tage.
00:02:33: Und mit den beiden Frauen werde ich dann ... Mit den beiden Autorinnen werde ich sprechen!
00:02:39: Genau.
00:02:39: Ihr seid herzlich eingeladen, ihr könnt euch online anmelden.
00:02:43: eintritt ist frei.
00:02:44: es wäre nur gut ihr besorgt euch einfach ein ticket alles auf der seite der stabi um sieben und zwanzigsten mai achtzehn dreißig.
00:02:51: freue mich wenn ihr kommt.
00:02:53: und jetzt könntet ihr vielleicht einmal kurz kommentieren.
00:02:55: wenn wir schon kein kamerakent haben sind wir gut im bild?
00:02:57: ist der ton zu sehen?
00:02:59: ist
00:03:01: das bild zu hören alles wie es sein muss
00:03:09: Dann können wir schon anfangen.
00:03:14: Okay, den können wir gut trinken.
00:03:16: Dann können die schon anfingen.
00:03:17: Lyrik geht los!
00:03:19: Ich bin dran mit Lyrik.
00:03:20: Du bist dran mit Lyrik?
00:03:21: Okay dann fangen wir doch an.
00:03:22: Alexander Snickmann hat vor einiger Zeit einen hochbeachtetes Debüt geschrieben.
00:03:28: das hieß Reg wie im year in zwei tausend vierundzwanzig bei Mattissen Seitz erschienen.
00:03:31: Haben
00:03:31: wir das auch hier besprochen oder wollten wir das besprechen?
00:03:34: Ich hätte es gleich mal tun sollen weil ich glaube ist es gut.
00:03:37: Die Gedichte sind auch gut von ihm, die heißen Gestierende.
00:03:40: Weltraumgedichte und ich glaube... Aber
00:03:42: reaktieren war ja auch so ein Langgedicht?
00:03:44: Ja genau, also
00:03:45: da kommt schon sehr so aus der Lyrik einfach.
00:03:49: Genau, jetzt ist es im Jahr für die Weltraum-Gedichte von ihm erschienen, gestirne.
00:03:55: Auch beim Matheßenseits wieder!
00:03:58: Und da geht's darum um die großen ganz ganz großen kosmischen Verhältnisse Stern und Galaxien, dieses Begegnung in den Staub- und Milliarden von Jahren und so was.
00:04:08: Und auf der anderen Seite auch um die Begegenung vielleicht von zwei Menschen und denen den Augenblick und das ganz zarte und nahe und sehr efimäre.
00:04:17: Das stellt er ein bisschen gegeneinander.
00:04:18: Das meiste davon sind sehr lange Getüste.
00:04:22: gedacht habe, wer ich das jetzt im Podcast lese, ist mir eigentlich keines als komplett lesbar erschienen.
00:04:28: Weil die alles so lang sind und dann würde ich eine Stunde vorlesen was sicherlich sehr schön wäre aber... Musst
00:04:35: du dir vielleicht ne andere Person trinken?
00:04:36: Genau, hätten die anderen Büse dann gar keinen Platz mehr hier!
00:04:40: Und deswegen hab' ich mich entschieden vom letzten Gedicht, d.h.
00:04:44: Schrödinger in Dublin lese ich den letzten.
00:04:49: Das geht aber
00:04:49: wirklich über viele Seiten.
00:04:51: Ja, es hat irgendwie fünfzehn Seiten des Gedichts und ich lese die letzten drei von Alexander Schnieckmanns gestörenden Weltraumgedichte.
00:04:59: Auf meiner Seite des Universums werde ich wach von den Klängen einer kosmischen Urgel Und das werde wach mit einer unsichtbar kalten Berührung an meine Hand.
00:05:10: Wach von Katzen in deposit Boxes, and two lovers sat on a park bench holding hands in the moonlight und dem Mundlicht das wirklich von der anderen Seite des Bettes zu mir herüber fließt.
00:05:24: Dass es Licht gibt dass es dich nicht gesehen hat.
00:05:28: wach Von der alles umfassenden Einsamkeit Der Galaxien die sich in Milliarden Jahren nur ein einziges Mal berühren.
00:05:37: Wach von Two and two and two lovers set on a Parkband, von cleansing in Strings.
00:05:43: Die müssen mit den Gisternen
00:05:44: verbinden.".
00:05:46: Im Radio singt Herr Bergmanns Kur vom Bokum Höwel Summertime Sadness And I just want you to know.
00:05:53: Es warte auf meiner Seite des Universums Auf die Entropie unausweichliche Kollisionen Mit allen Planeten und dir nie mehr den Tristan aus Handylautspressern, nur noch Einstein on the Beach.
00:06:08: Nur noch Schrödinger und Dublin.
00:06:10: Nur auch Venus in Cancer und Lana in LA.
00:06:15: Aber das ist eine Welt gibt, in der wir die Wände aufschlagen.
00:06:21: Jagen Zombiekatzen im Gemäuer denke ich und bin beruhigt!
00:06:26: Immerhin Quality Time an einem lauen Samstagabend, wenn das Wasser im Landwehrkanal dunkel an deine Schuhe schlägt.
00:06:35: Das Bier schon wieder schmeckt irgendwo schon wiederschmeckt zwischen uns nur Zigaretten und alle Gesetze der Physik.
00:06:44: Immerhin die Katze haben wir erledigt!
00:06:48: Immerhin auf der anderen Seite oder Ultimatule immerhin vielleicht hinter dem Nebel oder diesem Planeten.
00:06:54: Das Radius bietet nicht mehr.
00:06:57: Ich stelle es scharf und der Nachthimmel legt sich vor mir auf, ich sehe Sporen und Gespenster und ich sehe was war und was kommt und was.
00:07:06: niemals wirklich, niemals in keiner möglichen Welt.
00:07:09: Only the poem!
00:07:10: Und atme in die stille, only-the-poem!
00:07:13: Ich schreibe ein Gedicht über die Sterne, sage es zu nobody in Particular, sage von der Bettkante herab, sag es den Staub und die
00:07:22: Lehre.".
00:07:25: Das waren Weltraumgedichte von Alexander Schnieckmann.
00:07:31: Genau, also das ist eigentlich noch viel länger und er kann da wirklich lange durchs Ober- und Universum
00:07:39: dödeln.
00:07:43: Woran denkst du wenn du an Abschied denkst?
00:07:46: Bahnhof!
00:07:48: Wenn du so ein Gefühl damit verbinden müsstest?
00:07:50: oder so eine Beschreibung deines Empfindens
00:07:54: Traurigkeit Und oft auch eine Unsicherheit.
00:07:58: Ich bin immer so, ein bisschen stottere ist immer bei Abschieden und sowas.
00:08:00: Verhalten wir es nie so richtig überreden?
00:08:02: Und denken wir jetzt nochmal drücken oder schnell gehen oder länger bleiben?
00:08:04: Am Ende denke ich das war nie das richtige Skript.
00:08:08: Ich habe immer ein bisschen... Ja.
00:08:10: So.
00:08:10: Und
00:08:11: du?
00:08:13: Ich kann nicht mehr sagen wie ich darüber nachdenke weil ich ganz neu irgendwie jetzt so infusioniert bin und alles was ich sagen würde wäre nicht mehr wirklich vorher gedacht habe, nachdem ich dieses Buch gelesen hab hat sich das zu scheiß verhindert.
00:08:25: Ich muss einmal ganz kurz etwas dazu sagen und zwar haben wir immer so ein Buch zum Schluss was wir sehr schnell machen ... überhaupt natürlich auch nicht gerecht wird, aber wir haben das ja irgendwann
00:08:34: so angefangen...
00:08:34: ...so einen Absacker zum Schluss zu machen.
00:08:36: Und ich hatte heute zum ersten Mal seitwärts das so machen wirklich... ...gerungen mit mir die halbe Nacht, habe nicht geschlafen wie du weißt,... ...weil ich mich nicht entscheiden konnte welches dieser drei Bücher... ...ich in so einem ganz kurzen nur empfehlen will weil ich eigentlich über alle ganz lange reden will und ich hab aber eine super gute Lösung gefunden, dass man mal vorausgeschickt, ja?
00:08:55: Ja, mach' ich einfach!
00:08:57: Das was Du über Abschied gesagt hast, das ist... So ein bisschen glaube ich das woran die meisten denken.
00:09:03: Und Gabriele von Arnim hat endlich wieder ein neues Buch herausgebracht, d.h.
00:09:09: Abschiedleben, Tagbuch eines Zeitgefühls und es gerade im Ruhwaldverlag erschien.
00:09:14: Ich habe da jetzt so viel darüber gelesen und mich so neu mit dem Thema, der Empfindung Vorgang des Abschieds beschäftigt, dass ich irgendwie einen ganz neuen Blick darauf habe.
00:09:25: Das ist aber nicht meiner, sonst ist der kluge Blick von Gabriele von Arnim, den sie uns geliehen hat in dieser Literatur.
00:09:31: Es geht nämlich so ein bisschen darum, dass sie sagt das was wir bei Abschied als erstes assoziieren.
00:09:35: es stimmt natürlich, aber eigentlich ist Abschied halt auch viel weiter als das.
00:09:40: im Prinzip nehmen wir jeden Tag Abschied Erst mal von dem Tag, wir nehmen morgens Abschied von der Nacht.
00:09:46: Wir nehmen Abschied natürlich immer von den Jahreszeiten.
00:09:48: da wird selbst den Unempartischen bei uns irgendwie klar dass da gerade was im Fluss ist.
00:09:53: aber wir nehmen ganz oft auch Abschied einer Version von uns selbst und von Träumen und natürlich von geliebten Menschen, von Jobs, von Wohnungen, von Straßen manchmal sogar von ganzen Ländern Aber eben auch manchmal von Dingen, die wir hinter uns lassen und die ein Aufbruch sind.
00:10:09: Also Abschied ist ja nicht immer ein trauriges Getrenntwerden Es ist auch aber es ist eben manchmal auch ein aufbrechen Und ein mutiges nach vorne gehen.
00:10:17: das ist natürlich aber auch der Abschied Von der Welt irgendwann Der Abschied von Freunden.
00:10:23: Das ist eben sehr viel mehr als diese sicherlich für uns alle sehr präsente Bahnhof Szenerie Die wir so vor Augen haben.
00:10:30: und Gabriele von Arnim hat sich dieses Gefühl oder diesen dieser Geschichte angenähert in Form eines Tagebuchs, das sie geführt hat.
00:10:39: ein Jahr lang vom Vierundzwanzigste November.
00:10:42: Zwei-tausendvierund zwanzig bis Vierunzwanzes November zweitausendfünfundzwanziger hat sie einen jahrlang Tagebuch geführt und es so ein bisschen dahingehend geführt sich zu beschäftigen mit den Fragen des Abschied nehmens die natürlich in ihrem Alter Auch immer so eine Vorbereitung auf den Tod sind, die auch ein... Sie
00:11:03: ist achtzig.
00:11:03: Ja, ich bin vier und sechsundvierzig geboren.
00:11:07: Also sie wird dieses Jahr achtzig und... Ich habe das beim Lesen gedacht, dass ich auch von so vielen Versionen von mir schon Abschied genommen hab.
00:11:15: Von der Maria, die ohne Rückenschmerzen durchs Leben geht, habe ich irgendwie so Abschiedgenommen oder irgendwie sowas?
00:11:19: ne?
00:11:19: Man nimmt so von so viele Dingen Abschied.
00:11:21: Zumindest nimmt Gabriele eben uns mit durch dieses eine Jahr.
00:11:25: Und was ich gerade so empfinde, ist dass wir ganz oft so ratlos sind wie wir mit so großen und kleinen Schwierigkeiten in unserem Leben umgehen.
00:11:33: Das es immer so Herausforderungen gibt wenn mir die Nachrichten aufmachen, wenn sich irgendwelche Freunde komisch äußern und wir merken, wir haben sie vielleicht falsch eingeschätzt oder wir kommen vielleicht an gewissen Punkten nicht mehr so zusammen wie wir das bisher immer gedacht haben.
00:11:47: Es sind politischen Dingen ja gerade ganz viele Umbrüche und Leute sagen plötzlich Sachen wo wir gedacht haben.
00:11:54: Das kannst du doch nicht sagen, weil so was ich meine.
00:11:55: Es ist ganz oft auch ein Abschied von Gewissheiten den wir gerade erleben und es ist eine Daniel Schreiber hat das in seinem letzten Buch lieber einen Aufruf auch schon und in die Zeit der Verluste auch schon angefangen zu verhandeln.
00:12:08: Und ich habe aber das Gefühl dass es Ich bin da noch nicht an dem Punkt wo ich gerne sein würde um das besser zu verstehen.
00:12:15: und Gabriele von Arnim nimmt uns sozusagen mit auf ihre also wirklich mit durch ihr Ja und beschreibt Abschiede, die sie beobachtet oder empfindet.
00:12:26: Sie beschreibt Träume, Begegnungen auf die typische hanseatische sehr zurückhaltende, anonymisierte Gabriele von Arnimart.
00:12:36: Sie beschreibt aber auch, sie wohnt nicht nur in ihrer Wohnung und in den letzten Büchern findet das spielt eine große Rolle wie wichtig ihr Wohnen ist und ihr Zuhause und diesen Ort zu haben, an dem sie gerne ist wohl fühlt.
00:12:51: Und sie wohnt aber nicht nur in dieser Wohnung, sondern auch in dieser Zeit sagt sie und sie nimmt eben wie wir alle auch ganz doll Abschied von Gewissheiten gerade im politischen, gerade in gesellschaftlichen Kontexten von Dingen die wir für erledigt gehofft hatten von dieser Gewissheit, dass wir zum Beispiel nicht mehr in diesen militanten Zeiten leben werden.
00:13:12: In denen wir jetzt gerade leben.
00:13:13: ja also Abschied von der gewissheit.
00:13:15: das ist in amerika Das ist ein land was ihr sehr am herzen liegt weil sie da natürlich sehr lange gelebt hat.
00:13:21: im präsidenten gab der irgendwie ein leser war und sehr sicherlich Machen alle menschenfehler aber sehr Einfach so ein Menschenliebender, kluger Kopf war und jetzt ist da so einen Bulli an der Macht.
00:13:34: Und sie bezeichnet das eben genauso
00:13:36: als Bulli?
00:13:38: Sie bezeichnete ihn nicht als Bullie aber sie sagt schon sehr deutlich was sie von ihm hält.
00:13:42: Das ist unter anderem eine Stärke dieses Buches.
00:13:44: wir sind gerade finde ich und dass es weshalb dieses Buch so eine wichtige Lektüre gerade ist.
00:13:50: Wir sind ja oft zu einer Grenze zwischen entweder wir steigern uns total rein und wir haben das Gefühl wir müssen alle Nachrichten konsumieren wir müssen zu allem irgendwas wissen drohenden Gefahren sozusagen wittern oder wir decken uns zu und gucken gar nicht hin.
00:14:04: Und von Gabriele von Arnim kann man sehr gut lernen, wie sie das macht und sie beschreibt auch immer wieder die Gleichzeit, die es gibt ja auf der einen Seite zu wissen Da sind gerade riesengroße Katastrophen im Gang und sich auf der anderen Seite trotzdem an einer schönen Situation zu freuen, wenn sie dann zum Beispiel schwimmen geht.
00:14:22: Und dann hört sie auf dem Handtuch am See zwei Frauen irgendwie über vom Windeverwert sprechen und auf welchen der beiden Hauptfiguren aus vom Windeverwert die eine oder welche die andere steht und sowas schönzufinden und Menschen lieben zu beobachten und auch die eigenen Grenzen irgendwie zu sehen.
00:14:39: Es ist so ein Buch was sich nicht.
00:14:42: Es ist ein Essay und es hat ganz viel damit zu tun, was sie liest.
00:14:45: Welche Gedichte sie berühren?
00:14:47: Welche Bücher sie liess?
00:14:48: Welchen Vorträge sie hört?
00:14:50: Das hat natürlich von Rilke über Hessen bis zu Patty Smith die sich eben auch sehr deutlich gegen Trump positioniert hat.
00:14:58: Hat das so die ganze Bandbreite in der Liga, in der Gabriele von Arnim auch das Buch über die Zuversicht geschrieben hat oder über den Trost der Schönheit und bestärkt es nochmal.
00:15:08: Und macht trotzdem so viel Neues auf und geht eben auch ganz viel Persönliches an.
00:15:12: Es gibt zum Beispiel für mich war eine der berührendsten Szenen in diesem Buch als Gabriele von Annin beschreibt, wie sie die Wahl zweimal verheiratet und wie Sie aber vor diesen beiden Ehen wahnsinnig verliebt waren.
00:15:22: Die Hochzeit war schon geplant und man muss so deutlich sagen der Typ hat sich einfach sitzen lassen und wie sie gelitten hat und das ist natürlich auch ein Abschied.
00:15:29: Und sich jetzt eben mit Ende siebzig hinzustellen und darüber zu schreiben, es ist an keiner Stelle beschaulich betulich persönlich privat immer so dass ich so dankbar bin, dass sie da Literatur draus gemacht hat.
00:15:46: Das ist ja nicht aber ein Tagebuch aufgeschrieben, sondern es ist literarisch hoch gekonnt verarbeitet.
00:15:51: Aber sie gibt uns eben dann doch Einblicke an denen wir uns festhalten können und wo wir sagen können Eier auch das und auch das.
00:15:58: Und
00:16:00: oft ist es ja so, dass man während der Situation gar nichts merkt, dass es einen Abschied ist und dass man erst wegen ein zwei Wochen oder Monate später merkt krass.
00:16:10: Das war wirklich das letzte Mal, dass ich das erlebt habe oder mit dieser Person in einem Raum war.
00:16:16: diese Musik gehört habe oder so was.
00:16:18: In dem Moment checkt man das ja oft gar nicht, hat sie da irgendeine Tippe?
00:16:22: Oder eine Strategie wie man sich vielleicht eher schon als Abschiedsmomenten vielleicht gar nicht nur auf eine negative Art sondern auch so eine positive Art ist und ein Dankbarkeitsart vielleicht auch bewusst werden kann?
00:16:32: also es ist kein Sachbuch im Sinne von schneller Ratgeber für irgendwas aber man kann halt sehen wie sie dies macht.
00:16:37: natürlich fährt sie in ihrem Alter eben auch an den See und fragt sich, ist es das letzte Mal?
00:16:43: Sie beschreibt ganz berührend wie sie im Herbst ihre Bade in Baden-Anzug wäscht und in den Schrank legt.
00:16:49: Und nicht... Also es ist wirklich noch mal ein anderer Abschied als es vielleicht mit dreißig vierzig fünfzig sechszig war von dieser Saison von diesem.
00:16:55: Ich kann schwimmen ich kann in den See gehen aber alleine das zu lesen macht glaube ich sehr viel sensibler für die eigenen Situationen.
00:17:03: und ich habe auch das Gefühl wenn man liest wie einen so Reiches, so kluges und an der Welt interessiertes Leben damit umgeht.
00:17:14: wie sie eben auch so sich mit einer alten Freundin trifft und sich daran erinnert, wie Sie früher halt auf Stöckelschuhen durch die Gegend marschiert sind.
00:17:20: Und jetzt sind Sie froh wenn Sie es irgendwie halbwegs sicher ins nächste Café schaffen oder mal zum Kino oder sowas.
00:17:27: Wie das auch ein großes Abenteuer für Sie ist und Sie sich daran Erinnern.
00:17:31: Natürlich auch als der Freundin z.B.
00:17:33: sehr viel schlechter geht, die wirklich also körperlich ganz angeschlagenes, ganz schwer Luft bekommt.
00:17:37: Also nochmal auf eine wirklich sehr gefährdete Art jedem Tag begegnen muss und eben nicht weiß, wie lange geht es noch.
00:17:45: Ich glaube das ist in der Lektüre so dass man das lernt die Dinge vielleicht ein bisschen offener anzugucken und sie sagt auch, dass sie sterben übt und das natürlich auch wahnsinnig berührend weil das ist ja eigentlich das schönste was man machen kann, dass irgendwie so eine Vorstellung davon haben wie's sein wird und sie hat ne sehr genaue Vision wie sie gerne sterben möchte und die steht in diesem Buch bis es dann eben irgendwann einen überkommt, sondern wirklich sich so offene Auge ist und nicht... Sie ist an keiner Stelle verzagt, also egal ob es um die Weltpolitik geht.
00:18:20: Obwohl sie darunter leidet was gerade passiert, obwohl sie dieses genaue Hinschauen nicht auch... Ja aber das ist eine Riesenqualität und ich kenne wenige Menschen, die so umfassend wirklich hinschau'n Also die Ungleichheit genauso sehen kann wie alle vielen Stimmen im Israel-Palestiner in der Thematik, wie sie eben nicht nur die großen Krisenherde sondern auch so viele dazwischen Töne beschreibt und sieht.
00:18:50: Und wie Sie das erzählt?
00:18:51: Das ist ein ganz kluges berührendes Buch.
00:18:54: was sich liest – ich glaube es ist schon eine innere Wappnung für genau das Zeitgefühl, was sie da beschreibt, was uns alle irgendwie überkommt und wo wir uns nur stärken können indem wir so gute Bücher lesen oder besser stärken könnten.
00:19:09: Abschiedleben von Gabriele von Arnie.
00:19:12: Ich denke, das Schlimmste an dieser Zeit ist wenn dann irgendwie die ganzen Freundinnen sterben.
00:19:16: Also wenn diese Menschen mit denen man sein ganzes Leben geteilt hat und so die so wichtig sind auch für die eigene Identitätskonstruktion.
00:19:27: Und dann werden es auf einmal immer weniger und dann fühlt man sich vielleicht doch einsam.
00:19:35: Ich habe zwei Bücher heute mit in der Prosa.
00:19:37: In der Proser?
00:19:38: Genau, zwei Romane die sehr viele Ähnlichkeiten miteinander haben.
00:19:44: Das gibt es ja nicht.
00:19:45: Es geht in beiden, geht's um Südosteuropa und es geht in Beiden um Herkunft, um Familie, die familiengeschichte, die man vielleicht versteht oder nicht versteht.
00:19:55: Die man sich auch ein bisschen mehr oder weniger fiktiv zusammensetzen muss und vielleicht gar nicht den Anspruch auf eine tatsächliche Wahrheit am Ende erfüllen.
00:20:05: Und es geht auch viel um Film und Kamera, und Szene.
00:20:10: All diese Sachen... Ich fange mit dem an, den ich von den beiden als den besseren empfinde.
00:20:16: Auch wenn das jetzt vielleicht ein bisschen unpopuläre Meinung ist aber ich habe die Beine...
00:20:20: Besser ist auch ein Wort was sich ganz schwer einschätzen kann.
00:20:23: Wieso?
00:20:23: Weil besser in Bezug auf Was?
00:20:27: In Bezug Auf Den Andern!
00:20:29: Also wenn ich jetzt diese beiden Romane so nebeneinander lege würde ich sagen dass über den ich jetzt erstes rede der hat Literarisch einfach mehr überzeugt.
00:20:38: Also den fand es tiefer und komplexer, erfrüssender und neuer.
00:20:43: Und zwar ist das King Cobra zuerst von Murida Rida hat mir sogar mal die Ehre bei Schreiben gegen die Nomen im Orzelort vor vielen, vielen Jahren zu erleben.
00:21:04: Und da war es extrem beeindruckt von der Intelligenz, von der sprachlissen Finesse.
00:21:10: Da
00:21:12: gab's noch gar nichts
00:21:14: mehr?
00:21:14: Nein, das ist vor vielen Jahren.
00:21:16: Also Moria hatte damals schon für die Zeitglaubes geschrieben und für die Tats und für verschiedene Assaults.
00:21:23: Und hat dann beim Open Mic auch gelesen und da glaube ich auch einen der Preise gewonnen.
00:21:30: Nominiert für den Wortmeldung Förderpreis, den wir ja mittlerweile auch
00:21:33: rücken.
00:21:33: Wortmeltungen Ultras?
00:21:35: Ja und jetzt ist endlich bei DTV der erste Roman von Moriterita erschienen King Cobra Und in King Cora da geht es um Lazi.
00:21:47: Lazi ist in Deutschland aufgewachsen hat aber ungerische Wurzeln und ist ein Videojournalist Und entschließt sich so, als erwachsene Person mit der Ente zwanzig nach Ungarn zurückzufahren.
00:22:03: Um ein bisschen die Familiengeschichte zu erfahren und zu ergründen und um ein Gewehr des Großvaters Andrasch zu besorgen.
00:22:14: Der Andrásch ist gestorben und sie will das Gewehr von ihm haben.
00:22:19: Es kommt dann so im Laufe des Romanzen oder weniger raus, um Rache zu üben.
00:22:25: An wem?
00:22:26: Ja, das wird... Achso
00:22:27: jetzt, da war nicht so viel verraten.
00:22:28: Genau und dann erzählt halt, dann fährt Lazi mit dem Zug zuerst nach Budapest und dann weiter noch weiter nach Ost-Ungarn ein kleines Dorf und besucht die Familie und dann kommt das in so einer Seite sehr traditionelle, irgendwie alt-familiär verkrustete Familienkonstellation.
00:22:51: Wo es seit Jahrzehnten schon Feinschaften zwischen einzelnen Schwestern gibt die dann ist miteinander reden und genau tanzen eine Kusine aber dann ganz progressiv ist.
00:23:02: und dann erfährt sie zum Beispiel auch von einer Tante die eine Engelsmacherin war oder so was vielleicht auch deswegen in der Familie ein bisschen ausgestoßen wurde.
00:23:15: Und es wird die ganze Zeit Palinka gesoffen.
00:23:18: Und Lazi kommt nicht so richtig an dieses Gewehrrand und sie sagt, die Fragen sind... Das ist beim
00:23:23: Schrank eingeschlossen?
00:23:24: Ja
00:23:24: oder ich weiß auch gar nicht ob das wirklich existiert.
00:23:27: und die Familie fragt dann ja was willst du denn eigentlich hier?
00:23:31: und dann sagt Lazi ich will einen Film machen weil Lazi ist ja auch Videosponalist.
00:23:37: Und dann überlagert sich das so ein bisschen, das finde ich sehr interessant zu wissen.
00:23:41: Lazi will mit der Kamera etwas aufnehmen in Filmschießen oder sowas und macht aber auch tatsächliche Schießübungen dann mit einem Luftgewehr.
00:23:49: Also
00:23:49: schiefen und schieken quasi?
00:23:50: Ja, genau so diese Überlagerung von.
00:23:53: ich nehme etwas praktisch vor die Linse hier so Kimme und Korn und guck halt das ist das Zieltreffer.
00:23:59: Aber ob jetzt mit der Kamera oder mit dem Gewehr das verschiebt sich immer ein bisschen.
00:24:04: Schnapschuss!
00:24:04: Genau so eine total interessante Konstellation und das ist so die eine Erzählung und die zweite ist Lazi hatte eine Transition.
00:24:13: Also als Lazi das letzte Mal bei der Familie in Ungarn war, hatte Lazi noch einen weiblichen Vornamen und wurde noch als Frau gelesen.
00:24:22: Und jetzt das nächste Mal ist Lazi halt die Transition schon und stellt sich halt als Lazzi vor mit einem männlichem Pronomen
00:24:29: so.
00:24:29: Und wie geht denn die ungarische dörfliche Familie dann?
00:24:34: Ja also das ist ganz interessant weil manche kommen gar nicht damit zurecht und manche sind aber sehr.
00:24:39: Die meisten gehen eigentlich erstaunlich gut damit um.
00:24:42: Aber es spielt auch vor dem Ohrbahn-Ungarn, also vor dem Hintergrund des Ohrbahnhungerns.
00:24:50: Also es gibt ganz strenge Gesetze gegen alles Quiere, gegen die LTQBTI Community und sowas.
00:24:57: Die wird total kriminalisiert und so was... Und es gibt aber auch ganz viele so Bright-Proteste und so.
00:25:04: Lazi auch einen Film drüber machen...
00:25:06: Wie lange ist Lazi so da?
00:25:08: Lazi ist mehrmals da, jeweils um ein paar Wochen.
00:25:13: Genau!
00:25:14: Und nach und nach kommt dann raus warum Lazi das Gewer braucht.
00:25:21: Ich weiß gar nicht, wie viel ich erzählen kann.
00:25:24: Nein, nicht
00:25:24: zu viel!
00:25:26: Es ist halt.
00:25:27: Molazis Mutter hatte nachdem sie Lazi bekommen hat war sie nochmal schwanger und das war in Süddeutschland in Bayern und sie konnte das Kind nicht so richtig abtreiben weil es halt ärzkatholisches Bayern war und sehr lange gebraucht irgendwie also die Wege waren ewig weit um einen Arzt oder Ärzten zu finden, die das macht
00:25:47: Bezüge zu dieser Engelmacher-Tante?
00:25:48: Genau, also das kommt immer wieder vor.
00:25:50: Also so ungewollte Schwangerschaft, Zugriff auf dem weiblichen Körper.
00:25:55: Recht auf Abtreibung.
00:25:57: Und die Mutter hatte dann... Das ging ziemlich böse aus.
00:26:01: Die hat geklappt aber die ist schwer depressiv geworden und musste dann auch lange abgeben zu den Großeltern.
00:26:10: Nein, den deutschen Großeltern.
00:26:12: Und da ist was passiert, das wird nur an ein, zwei Stellen mal ganz kurz erzählt und es will jetzt auch eigentlich...
00:26:19: Nicht so viel Spoiler, ich habe es gerade hier zum Lesen schon gelohnt?
00:26:22: Genau!
00:26:23: Aber das ist eigentlich das Energiezentrum und da wird erzählt warum Lazi dieses Gewer braucht.
00:26:30: Warum Lazi auch selber vielleicht für eine Art Racheengel wird.
00:26:36: Da muss man wirklich aufmerksam lesen, weil das ist nicht viel wo das erklärt wird.
00:26:42: Aber ich habe es jetzt gerade nochmal so rausgefunden, wo ist denn eigentlich diese Stelle?
00:26:46: Und es steht eindeutig da.
00:26:48: aber es ist jetzt nicht so dass immer alles nur so.
00:26:50: auf diesen Punkt und das finde ich sehr interessant, weil es ist wie in einem guten Film die bei David Lynch oder sowas wo man dann mal aufpassen muss okay Wo ist eigentlich der Schlüssel zu allem?
00:26:59: Weil davon noch ganz viel anderes passiert gibt's zum Beispiel er lernt Lazien und Budapest und im Café Kinga kennen an so einen queeren Kaffee und da gibt es eine unglaublich schön erzählte Szene der Intimität zwischen den beiden, die sich zu langsam aufbaut.
00:27:14: Dann verbringen sie ein paar Tage im Kingas Wohnungen in Budapest und das ist ganz, ganz toll erzählt.
00:27:19: Und dann gibt's auch dieser Motiv eben der Schlange oder der Cobra.
00:27:24: Also warum heißt dieses Buch King Cobra?
00:27:26: Und dann gibts halt die Königs-Cobra, das wird erzählt.
00:27:30: Das ist so ein Mythos, dass wenn die sich vor dir auffristet... Und die kann sich halt bis auf Augenhöhe von einem Menschen auffrischen.
00:27:37: So hoch ist das, ne?
00:27:37: Dann hat ihr ja diese links und rechts, so diese Ausbuchtungen... ...und wenn sie dich dann genau anguckt,... ...dann weißt du, dass durch diesen Blick sterben wird.
00:27:47: Sie merkt es praktisch dein Gesicht und das auch überjetzt hinter so zum Teil.
00:27:51: Und
00:27:51: dann wirst du durch dieses
00:27:53: Schlanger sterben.
00:27:53: Genau!
00:27:53: Dann wird sie dich eines Tages töten.
00:27:56: Und das ist auch so eine Art Gedächtnis, einer Schlange eines Körpers und deswegen finde ich diesen Roman so viel besser als den, den ich danach noch bespreche.
00:28:05: Weil der so Teil vier sich gebaut hat.
00:28:07: Dann sitzt sie zum Beispiel in einer Stelle in diesem ungarischen Dorf neben dem Müllton eine Schlangenhaut liegen und dann sagst du ah die Cobra war hier und so was?
00:28:17: Und dann denk ich mir ja... Die Geschichte einer Haltung, genau.
00:28:24: Und es ist so klug gebaut irgendwie und das legt dann so viele Pferden und es geht aber alles ineinander auf.
00:28:30: Dann hat zum Beispiel diese Kinga auch eine Schlange auf dem Bauch tätowiert.
00:28:34: Es ist auch immer etwas ganz lebendiges und auch so errotisch aufgeladenes.
00:28:40: Gleichzeitig ist es an vielen Stellen super witzig.
00:28:43: Sie schreibt z.B über diese Kinger.
00:28:47: Ich lese so zwei kleine lustige Sachen vor.
00:28:50: Die Gruppe um Kinga integrierte Lazi wie ein Hunderudel, ein nettes Ferkel.
00:28:56: oder einer Stelle schreibt sie ihre Großtante sah aus wie eine ausgeblissene Frida Kahlo im Oliver-Hemd.
00:29:05: Also es ist irgendwie auch mit Sonne und ganz so ein bisschen fresher Witz drin und leistetig aber eine urheftige Geschichte.
00:29:13: Und diese Selbsterkundung oder dieses Verstehen eigentlich, wenn man selber ist dort.
00:29:17: Dadurch dass man die Familiengeschichte versteht und die dann aber trotzdem an manchen Stellen ganz erfunden sein muss weil niemand die Wahrheit erzählt.
00:29:23: Die Geschichte schreibt Latz in einer Stelle ist nicht das Blut was wir teilen sondern das Schweigen was wir Teilen.
00:29:31: Dann gibt es auch ganz viele ungarische Worte drin, denn Moritarita lebt zum der Hälfte Zeiten Ungarn sprichst immer der Übersetzer oder die Übersetzungspersonen in Klammern und kommentiert das immer so gerne.
00:29:44: Also es ist eine Übersetzungskfiktion eigentlich, sondern an einer Stelle wird auch diese vierte Wand so durchbrochen, wo dann da die Übesetzerin mal so schreibt okay jetzt muss ich euch mal kurz erklären worum es ja eigentlich geht und sowas... also es ist auch sehr spielerhaft.
00:29:57: in der Spielerin der Form fand es ein wirklich geniales Debüt.
00:30:03: Also ich hatte sehr hohe Erwartungen und die wurden alle erfüllt.
00:30:07: Ich hasse diesen Trend, gerade dass alle Leute sagen, ich
00:30:10: habe das erwartet... Ach so, stimmt ja!
00:30:11: Es ist gerade bei Instagram, aber darauf folgte es gar nicht hinaus jetzt.
00:30:15: Es ist wahrscheinlich weil ich oft diese Reals sehe, dann hat sich das
00:30:18: schon... Denke mal what the fuck?
00:30:20: Wen interessiert was du erwartet hast?
00:30:21: Sorry, aber wirklich war...
00:30:23: Aber am Anfang habe ich das auch eingeleitet, dass wir Moria schon eine Weile beobachten
00:30:29: und deswegen daher
00:30:31: kam meine
00:30:31: Erwartung In diesem ganzen.
00:30:32: natürlich ist Instagram auch nicht das Medium dafür, aber der Kontext, der da einfach fehlt.
00:30:36: Wo ich immer denke what the fuck?
00:30:38: Aber andererseits bin ich auch froh wenn Leute überhaupt über Literatur schreiben und sprechen.
00:30:43: Deswegen bin ich dahinter gerissen.
00:30:45: Ich verstehe was du meinst.
00:30:46: Das ist mir nur so rausgerutscht.
00:30:54: Klingt eigentlich als Müsters.
00:30:56: Nein, ein Teil davon Tats Publikumspreis beim Open
00:30:59: Mic.
00:30:59: Ist jetzt aber auch noch einer Buchpreiscandidat?
00:31:01: Ja ja, das ist ja erst alles noch.
00:31:03: Also ich meine, das Buch ist jetzt vor drei Wochen erschienen oder so
00:31:06: was.
00:31:06: Wie prepared
00:31:07: people.
00:31:07: Völlig strangest Cover also... Ich
00:31:10: kann mal kurz gucken wer das gemacht hat.
00:31:12: Du bist genau Montoben.
00:31:15: Na gut!
00:31:16: Das sieht alles ein bisschen aus, die so freigestellt auf mit Photoshop und kitzig.
00:31:21: Aber
00:31:21: guck mal dieser Honig-Behr ist sehr typisch.
00:31:25: Ich
00:31:26: glaube das hat schon alles sich befürchtet.
00:31:28: Alles was da drauf ist, hat einen
00:31:29: richtigen Grund.
00:31:30: Ja
00:31:30: es hat alles eine Bedeutung, ich glaube jedes
00:31:33: Komma an diesen Buch hat glaube ich eine Beteutung.
00:31:35: aber das kann man dann alle so selber rausklingen.
00:31:39: Okay, weiter machen?
00:31:41: Bist du durch?
00:31:42: Ich bin sehr durch.
00:31:42: Nein,
00:31:43: ich bin nicht durch mit diesem Buch
00:31:44: wahrscheinlich.
00:31:45: Meine beiden Parallelen auch so lustig.
00:31:48: Jetzt erstmal auch was wo es um Mord geht das passt ja ganz gut dazu.
00:31:51: und in meinen beiden Büchern geht es um Fähren und das ist ja absurd!
00:31:55: Ich lese in meinem ganzen Leben nichts über Fähre und jetzt innerhalb von Kölz ist da Zeit zwei Bücher zu kommen.
00:32:00: So der Menge läuft letztes Jahr doch.
00:32:01: Ja aber das ist lange her nach
00:32:03: den Ferien.
00:32:03: Das war
00:32:03: super.
00:32:05: Es hatte auch so, wie es jetzt mit Fähren zu tun hat.
00:32:08: Hatte Tiamengla da nichts mitzutun?
00:32:10: Ich fange an!
00:32:16: Also Adas Raum wahnsinnig geliebt habe, hat in den Bücher Frau und Christine Preis bekommen.
00:32:22: So ein etwa ist es geschehen heißt der neue Roman und ich liebte auch wofür sing Klagenfort ausgezeichnet wurde.
00:32:28: Hecker Trupp legt ein Ei und auch ihre Auseinandersetzung mit Heinrich Böll im großartigen Zweifelverlag.
00:32:35: alles... Alles tolle Werke.
00:32:37: Und ich war ehrlich gesagt so wahnsinnig enttäuscht, als ich gesehen habe ihr neues Buch hat haltet mich kurz fest oder euch?
00:32:44: hundertzwanzig Seiten und ich dachte
00:32:45: so nein!
00:32:46: Deine Erwartung ein bisschen.
00:32:48: Ja, ich war ein bisschen enttauscht weil ich dachte ich will doch jetzt Hundert Jahre irgendwie in diesem Buch sein und hab es nur an der Ankündigung gesehen und dachte naja ich freue mich jetzt trotzdem drauf.
00:32:58: Es hat sich so gelohnt, diese hundertzwanzig Seiten beschäftigen mich wie andere Leute wahrscheinlich achthundert.
00:33:03: Ich muss nicht spoilern weil es fängt sofort mit einem Mord an.
00:33:06: der ist begangen und wird gerade gestanden von Amatha Halla.
00:33:10: die hat den ausgeführt und sitzt im Gefängnis und wartet.
00:33:15: sozusagen hat ihr Geständnis geschrieben und möchte auch gern dass das veröffentlicht wird.
00:33:21: dieses Buch ist Ihr Geständnes Handy-Audioaufzeichnung, eine transkribierte von dem Tag der Tat vom Handy des Opfers und es ist ein... Eine editorische Notiz sozusagen von der Herausgeberin die das jetzt herausgeben soll dieses Buch.
00:33:48: Amata ist ganz eindeutig schuldig.
00:33:50: also Amata weiß Es gibt überhaupt keine Zweifel daran.
00:33:53: sie sagt an keiner Stelle dass es irgendwie eine Reflexhandlung war, sie versucht keine Ausflüchte zu machen.
00:34:02: Sie hat Heinz Brockhaus getötet, sie war unterwegs mit Heinz der eigentlich ihr Chef ist würde ich sagen zumindest ein vorgesetzter in so einer NGOs.
00:34:12: vielleicht ein zu cooles Wort für das was es ist.
00:34:15: Zumindest in so eine Organisation die Spenden von reichen Leuten für afrikanische Projekte sammelt.
00:34:22: Das ist glaube ich so der Schwerpunkt Und Heinz ist ihr da so ein bisschen vorangestellt.
00:34:27: und Amater fährt immer zum dritten Mai an den Timmendorfer Strand.
00:34:32: Dort trifft sie ihre Mutter, denn ihr Großvater hat – das Unglück ist jetzt ein schwieriges Wort!
00:34:39: Aber er hat diese Fairfahrt der Cap-Acona überlebt.
00:34:43: Das war ja die Fähre, die von britischen Bombern versenkt wurde, weil sie sozusagen wie ein deutsches Kriegsschiff aussah.
00:34:54: KZ-Heftlinge und ganz viele haben es nicht überlebt, natürlich.
00:35:01: Und das wie die Herrn Gustav auch
00:35:02: so?
00:35:02: Ja,
00:35:03: okay.
00:35:03: Danke!
00:35:04: Und Amatas Großvater hat es aber überlebend und deswegen feiern ihre Mutter und sie nicht den Geburtstag oder irgendwas anderes sondern eben diesen Überlebenstag sozusagen am dritten Mai wo es auch eine Gedenkveranstaltung gibt.
00:35:19: jetzt Man sagt ja nicht Jubiläum Gedenkens, sagt man.
00:35:27: Und Amatha ist zu spät dran und sie hat vergessen Auto zu mieten und sie soll Lilien besorgen und das alles wahnsinnig stressig.
00:35:32: Das Krasse an Amatha es man mag die sofort.
00:35:35: Die ist schwierig, die ist sehr vielschichtig.
00:35:39: ich weiß zum Beispiel dass ich mir am meisten von Amatha gemerkt habe, dass sie verliebt ist aber ganz frisch und niemand weiß wie's ausgehen wird.
00:35:46: Sie ist glaube ich so Ende dreißig, sechsunddreißig oder irgendwas in die Richtung also Mitte Ende Dreißig.
00:35:52: Ehrenamtlich ist sie noch in einer Organisation.
00:35:57: Ganz frisch haben sie sich zusammengefunden.
00:35:59: Da geht es eben darum, die kolonialen Verbrechen sozusagen Straßenumbenennung und so weiter – also ich sage es nur ganz kurz – diese Organisation heißt Beyond Reparations und das ist sozusagen das Programm.
00:36:13: Und da hat sie im Zoom jetzt einen Typen getroffen, den ist sie wahnsinnig verliebt!
00:36:16: Das ist zum Beispiel das was ich mir, also was Amata irgendwie in meinem Herz gebohrt habe.
00:36:22: Der Göttrupp hätte ich fast gesagt.
00:36:23: Haus oder Brockhaus?
00:36:28: Bietet ihr aber an, weil sie eben vergessen hat dieses Auto zu mieten.
00:36:31: Er fährt sich schneller in den Timmendorfer Strand war es sehr schwierig und so weiter und dann fahren die eben zusammen
00:36:35: von
00:36:36: Berlin
00:36:37: aus.
00:36:37: Und das ist schon eine drei Stunden.
00:36:40: Genau danach bringt sie ihn um.
00:36:41: Ich sage nicht wie sie ihn ubringt, aber es ist auch ganz klar dass sie ihn Umbringt und sie sagt auch musste sein, musste sein!
00:36:51: Man liest auf diesen hundertzwanzig Seiten und man fühlt alle Gefühle.
00:36:55: Man ist entsetzt von ihr, man versteht sie, dann liest man diesen Audiumitschnitt von Heinz Brockhaus, dann ist man wiederentsetzt von Ihr, dann versteht man Sie...
00:37:05: Also wenn
00:37:07: ich schon aber bin da vielleicht auch kein... Ich weiß es nicht!
00:37:10: Also ich finde dieses Buch was Schanjodor O'Too gelingt ist dass die keine.
00:37:16: Also, sie legt keinen Weg den man gehen muss.
00:37:19: Ich glaube, man kann das Buch auf ganz viele Weisen lesen... Erstens finde ich es total spannend, eine Protagonistin zu haben die einfach knallhart sagt nicht.
00:37:26: Ich habe den umgebracht als musste den umbringen.
00:37:29: also sehr männliche sache sozusagen die von der von einem
00:37:34: Männchen
00:37:35: weil ich finde dieses dass das Männer Frauen umbringen passiert ja ständig
00:37:39: genau weil sie hat nicht
00:37:41: betrogen deswegen oder was auch immer.
00:37:43: also das sind wir so gewohnt.
00:37:44: aber des Frauen Männer umbringen und vor allem nicht über Giftmord oder irgendwas subtiles war so und so weiter
00:37:49: mit Schälen eingeschlagen.
00:37:50: das
00:37:50: ist Sachs nicht Ich spoiler nämlich nicht.
00:37:52: Aber das will man auf jeden Fall selber lesen.
00:37:54: und Heinz Brockhaus hört man dann während der kompletten Autofahrt, weil irgendwas ist mit seinem Handy gewesen und es ist eben angegangen und man hat sozusagen die Transkription dieser... Und das war total interessant!
00:38:04: Weil ich konnte alles wörtlich mir vorstellen.
00:38:07: Ich hatte dessen Stimme wahnsinnig im Ohr und ich habe hinterher nicht gewusst ob ich ihn auch hätte umbringen wollen obwohl er keine einzige Sache macht wo man sagt Dafür hat er es verdient, kein Wunder.
00:38:18: Er hat das und das Schlechtes gemacht, sondern es ist die Summe aus so vielen Dingen, die bei Amata einfach dazu geführt haben.
00:38:26: Der ist nicht mal eine Zündung durchgebrannt, sondern die hat einfach wie so ne Sanddühne, die so groß war, dass es irgendwann einfach genug war.
00:38:35: Ist das wie so ein Stellvertreter-Mot alle Frauen an allen Männern?
00:38:40: So weil sich über so Jahrhunderte patriarchale... oder Wut aus Patriatat aufgestaut hat und sie machte es halt jetzt mal so Symboles, weil ich meine schon alleine der Name Heinz-Prockhaus.
00:38:50: Das klingt ja schon wie so einfach zwölf Bänderments Blaning.
00:38:55: Ja interessant, dass du das sagst habe ich auch gedacht.
00:38:57: also ihr wird auch vorgehalten, ne?
00:38:58: Dass die Männer... Also dass ihr vielleicht nicht Männer mag oder dass ihr einfach auf Männer sauer ist.
00:39:03: Es geht natürlich auch an ganz vielen Punkten um rassistische Erfahrungen, die sich schon die ganze Zeit in ihrem Leben macht als Afro-Deutsche, so wie ihr Großvater eben auch deswegen im KZ war und weil er schwarz war.
00:39:19: Und all diese Dinge die sich zu aufgebaut haben aber entzieht sich schnellen Antworten und leichten.
00:39:25: also ein Buch mit hundertzwanzig Seiten über das man ewig nachdenkt.
00:39:28: ich finde ihr solltet es tun.
00:39:29: So in etwa ist es geschehen.
00:39:31: Das ist der letzte Satz aus Amhathalas Geständnis und es hätte keinen besseren Titel geben können für dieses Buch.
00:39:36: und man liest es dann will man unbedingt mit Leuten darüber reden die sie auch gelesen haben.
00:39:40: Kann man also gleich zweimal kaufen, finde ich.
00:39:42: Ja?
00:39:43: Ich hab's wahnsinnig gemocht!
00:39:46: Ich habe viel gelernt.
00:39:47: Es gibt ja auch Frauen die freigesprochen wurden, dass sie ausgemohnt sind... ...weil der Mann halt
00:39:53: zu
00:39:54: sehr bedroht hat oder irgendwie
00:39:55: so.
00:39:55: Er ist ärztlich nicht bedrohnt und das Problem an der Sache ist.. ..und es muss man sich glaube ich selber alles fragen.
00:40:01: Das Problem ist gar nicht mal nur, dass er ein Mann ist.
00:40:04: Das Problem ist, dass ein weißer Mann es mit wahnsinnig vielen Sätzen die wir alle kennen weil wir sie selber sagen.
00:40:12: Weil wir sie ständig hören und in der... Und sie stellt ihn nicht aus.
00:40:17: also Schau'n du du war O'Too macht aus Heinz Brockhaus nichts wo man denkt, die hat jetzt jedes Klischee, jedes Fort, also irgendwas in ihn reingegossen.
00:40:26: so das ist absolut glaubhaft wie er redet Und das ist wirklich das Schlimmste an diesem Buch.
00:40:30: Ich hatte Stellen, wo ich ihn nicht mehr aushalten konnte und des Schlümmes.
00:40:33: er hat gar nichts besonders Schlimmes gemacht.
00:40:35: Also es war wirklich... Es ist eine Beobachtungsgabe die Schallendudor O'Too da an den Tag legt und eine Kunst ist literarisch so zu verarbeiten.
00:40:43: und trotzdem stellt sie sich nicht hin und sagt ja ihr versteht jetzt ja warum Amata ihn ermordet hat.
00:40:48: also zum Beispiel die Herausgeberin, die auch schwarz ist, die die Vorsitzende dieses Aktionsbündnisses ist in dem Amater da also nebenberuflich ehrenamtlich arbeitet.
00:40:59: Die sieht es zum Beispiel alles ganz anders, was Ahmata da behauptet.
00:41:01: Also auch da, also Ambivalenz und Gleichzeit – das zieht wie eine Schleife zu Gabriel von Arnim – hat so ganz viele offene Enden die man ganz verschieden packen könnte und sich verschiedene Schnüre rausziehen kann.
00:41:14: Und ich glaube, es liegt sehr an uns, wie wir dieses Buch lesen.
00:41:17: aber wenn ein Buch sowas möglich macht, dass es den Leserinnen zutraut.
00:41:22: Also so freie Auslegungen zu haben.
00:41:25: Scheint du, du verzichtest völligst auf irgendeine Bitte lese das so oder so?
00:41:30: Das gibt sie nicht mit!
00:41:32: Die lässt das... Sehr schön.
00:41:33: Und das ist ziemlich... also es ist sehr, sehr hohe Kunst wenn man das schafft für mich.
00:41:38: Jetzt musst du noch sagen welches Buch nicht so... Ich sag's
00:41:42: jetzt nicht.
00:41:43: Ja, das kann ich vielleicht sagen weil Katharina Pollard die ans Gold Strand ist so hoch dekoriert und wurde so viel gelobt.
00:41:52: Sie hat den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belettristik bekommen, also mit so dem höchsten Preis für Romane, den es im deutschen Sprachraum gibt und hat auch schon vorher, das ist nicht die erste Romane.
00:42:04: Die hat schon viele geschrieben und auch sehr viele Preise einfach bekommen.
00:42:09: Wir haben es glaube ich mindestens schon einmal mit diesem Löwenbuch, dass du sie hier besprochen hast.
00:42:15: Liebe
00:42:17: dieses Buch!
00:42:18: Ich würde sagen, dass es ein schlechtes Buch ist.
00:42:19: Aber im Vergleich zu Murida Rita fand ich Goldstrand vielleicht ein bisschen zu dünn und zwar wollte das nicht nur lesen weil es da ein bisschen in meiner Familiengeschichte jetzt wird's ein bisschen frei wird aber weil sie jetzt den Preiseleipziger Buchmesse bekommen hat sondern weil meine eigene Geschichte ein bisschen an der Nähe des gold strandes beginnt.
00:42:42: Goldstrand ist am Schwarzen Meer in Bulgarien und gar nicht weit weg davon, so dreißig oder vierzig Kilometer ist Sosopol.
00:42:49: Und in Sosopol ist mein Vater irgendwie aus neunzehnhundert achtzig mit seinem Kumpel in einen Sommerurlaub gefahren und hat dort am Strand meine Mutter kennengelernt.
00:43:00: Und dann haben die so ein Ferienflirt gehabt, meinen Vater und meine Mutter an der Schwarzenbergküste in den Achtzigerjahren.
00:43:07: Man stellt sich nur, wie sie melonen lassen?
00:43:10: Genau und das war halt eigentlich... Normalerweise macht man ja so eine Familie, so eine Strandgeschichte irgendwie.
00:43:17: dann verbringt man zwei schöne Wochen miteinander, dann schreibt man sich noch drei Postkarten und dann ist es okay!
00:43:22: Aber meine Eltern haben das anders gemacht.
00:43:24: Die waren nach vielen Jahrzehnten zusammen und haben erst meine große Schwester gemacht, dann müssen noch meine kleine Schwester.
00:43:31: Und deswegen habe ich gedacht, oh geil!
00:43:32: Ein Buch was am Goldstrand in Bulgarien oder so beziehungsweise in der Nähe dieses Wortes spielt wo sozusagen meine eigene Geschichte auch ein kleines bisschen beginnt und es mag die Kennerngeschichte meiner Eltern sehr, wie du jetzt so gerade gemerkt hast finde ich es sehr süß als irgendwie.
00:43:49: Genau goldstrand ist Ort.
00:43:52: Der wurde in den fünftiger Jahren gebaut, das war davor so ein wilder Abschnitt der Schwarzmeerküste wo es eigentlich nur so Wald und Strand gab.
00:44:03: und dann sollte da so einen sozialistischer utopischer Ferienort für die Bürger der Sowjetunion gebaut werden mit ganz moderner Baukunst irgendwie ganz schick und alles.
00:44:16: und da setzt er es so ein, dass nämlich Ein Felix mit seinem Vater, Leff.
00:44:23: Die verlassen in den zwanziger Jahren, neunzehn-zweiundzwanzig ist das schon, verlassen sie Odessa Richtung Türkei weil es hier vor dem vor den Sowjets fliehen wollen.
00:44:35: Genau das haben damals ziemlich viele gemacht.
00:44:37: da gab sowieso diese Intelligenz ja Dampfer oder so was hieß das?
00:44:40: also sehr viele Intellektuelle aus der Sowjetunion geflohen sind weil sie dort eher verfolgt wurden Genau.
00:44:48: Da setzt so eine Familiengeschichtsüberlegung ein.
00:44:51: und dieser Felix mit seinem Vater, und da war noch eine Tochter oder eine Schwester dabei die heißt Vera.
00:44:57: Und die Vera ist von diesem Dampfer gesprungen.
00:45:00: Verscheinend ein großes Familienmysterium, weil sie waren eigentlich auf dem Weg in die Freiheit.
00:45:06: Die wäre aber zwar ins Wahnsinn, das geschreibt es in einer Stelle her.
00:45:09: Sie war so alt wie des Jahrhunderts.
00:45:11: für eine sehr schöne Formulierung auch wenn ich glaube, ich habe es auch schon mal woanders gelesen, aber ist eine schöne Formulation genau und das ist so ein großes Mysterium.
00:45:20: Und der Felix also dieser Puder von der, die ins Wasser gesprungen Der wird später einer dieser Architekten von diesem Goldstrandferienort in den Fünfzigerjahren.
00:45:33: Und er wird, wenn ich es richtig zusammenkriege, der Vater des Erzählers.
00:45:39: und der Erzähler ist nämlich Eli, der ist das sehr viele Jahrzehnte spät eigentlich.
00:45:43: In Rom liegt er auf dem... Auf der Couch!
00:45:47: ...auf der COUCH eine Therapeutin, der Dr.
00:45:51: Resta jeden Dienstag, eine Stunde oder fünfzehn Minuten und erzählt ihr praktisch so sein Leben und alles.
00:45:58: Und halt auch davon wie ... Sein Vater?
00:46:01: Oder seinen Opa?
00:46:01: Ich weiß es sind viele Familienmitglieder vor.
00:46:04: Halt damals dieser Stadt in den Bulgarien gebaut hat und wie seine Tante ins Wasser gesprungen
00:46:12: ist.
00:46:14: Der Eli... Da kommen wir jetzt wieder zur Moritarie da auch.
00:46:17: Der Elis ist nämlich ein Film-Regisseur Und er liegt relativ wehleitig dann jede Woche bei seiner Dottresser auf der Cout und erzählt, dass er zum Beispiel sich ganz, ganz wenig um seine eigene Tochter gekümmert hat.
00:46:32: Dass seine Frau ihn auch relativ früh verlassen hat und so was.
00:46:37: Also er war eigentlich weder ein guter Ehemann noch ein guter Vater.
00:46:42: Er hat sich nie um irgendwas gekümmert, außer um seine Filme wo er irgendetwas erzählen wollte und aber die ganze
00:46:47: Zeit weg.
00:46:47: Das
00:46:48: ist doch sehr glaubhaft oder so was?
00:46:49: Ja es ist voll glaubhaft!
00:46:51: Und dann bekommt man auch noch raus das sind ob ich jetzt diesen Bogen auch noch hinkriege dass nämlich die Mutter von diesem Elie Das ist eine Italienerin und genau die hatte halt mit dem Felix so eine Nacht, einer Affäre am Goldstrand.
00:47:06: So diesen einen mal miteinander ins Bett gegangen.
00:47:08: dann ist sie nach Italien zurück halt schwanger und also er hat praktisch so seinen Vater nie so richtig gesehen und seine Mutter wollte aber auch eigentlich nicht so richtig viel mit den Kindern zu tun haben.
00:47:17: und deswegen is der Eli bei seinen Großeltern in Italien aufgewachsen in einer großen Villa und der Großvater war ein großer verärgertes Faschismus.
00:47:26: Das kommt auch immer wieder drin vor, so Berlusconis Vier Amtszeiten.
00:47:30: Und das können wir uns heute gar nicht mehr vorstellen.
00:47:32: Donald Trump hat erst zwei Berlusconi-Wert tatsächlich, er wurde viermal gewählt und hatte, als wenn sie sechzehn Jahre oder wie lange er dann im Amt war, und er hat halt auch Italien in eine sehr rechte Ecke in Grund und Boden gerichtet.
00:47:45: Und dass ist ein bisschen der politische Hintergrund an dem man sich aber arbeitet und erzählt da so nach und nach seine Familiengeschichte, die manchmal auch ein bisschen auf der Stelle tritt.
00:47:54: Und manche geht es halt sehr um ihn und wir dann alleine in seinem Zimmer sitzt und sich eigentlich sehr vermitleitet, dass ihm niemand so richtig gern hat wie er seine Mutter noch, seine Frau noch, eine Tochter.
00:48:05: Dann habe ich mich jetzt gefragt okay warum erzählte mir das alles?
00:48:08: Wie erzählt sie nicht mehr über den Goldstrand?
00:48:10: was mich ja eigentlich interessiert nämlich dieser diese fünftiger Jahre Bauutopie?
00:48:16: Genau, weil sie halt diese andere Gesichter und dann genau... Das Europa erzählte nicht die Architektur.
00:48:21: Und das kommt auch mit vor so ein bisschen.
00:48:24: aber ich glaube es geht doch, wo ist eigentlich das meiste draus genommen habe?
00:48:27: Ist diese Frage was wissen wir eigentlich von unseren Kindern?
00:48:32: also da war zum Beispiel dieser Vater Lef der halt... Von unseren
00:48:36: Kindern!
00:48:37: Ja, ja der Vater der halt mit seinem Lef Odessa aus in die Türkei mit dem Schiff gefahren ist, dann springt seine Tochter von der Reling und er weiß überhaupt nicht warum.
00:48:49: Das geht in jede Generation weiter.
00:48:55: Der Vater von Eli, der wusste vielleicht gar nicht, dass er Vater ist.
00:48:58: Weil er nur diese eine Nacht mit dieser Mutter verpackt hat und die Mutter aber hat ihren Sohn diesen Eli halt so den Großeltern gegeben.
00:49:05: sie wollte mit ihm gar nichts zu tun haben.
00:49:07: also es ist immer so ein eigentlich die Kinder ein bisschen wegstoßen.
00:49:11: Die Kindern ist richtig verstehen, ist richtig greifen können, ist richtige Fragen stellen vielleicht auch Und das zieht sich dann auch...der Eli selber hat sozusagen einer Tochter.
00:49:19: Das wird total toll beschrieben.
00:49:20: Es macht sie wirklich gut.
00:49:22: Eigentlich ist auch ein ganz schlechtes Verhältnis, die wohnt dann irgendwann in Deutschland und studiert.
00:49:26: Arti arbeitet in einer Gedenkstätte, also sie ist Historikerin.
00:49:31: Und dann gibt es Begegnungswissen ihm und seiner Tochter und die Kommunikationsscheiter total weil er überhaupt nicht weiß wie ihr irgendeine Fragen stellt.
00:49:39: Er will immer seine eigenen Geschichten erzählen.
00:49:42: So ganz dominant eigentlich und so ganz von sich selbst überzeugt.
00:49:45: Vielleicht ist das wegen eher einem Buch davon Wie Kommunikation zwischen Eltern und Kindern scheitern oder zwischen innerhalb von Familien.
00:49:54: Das ist
00:49:56: doch eigentlich
00:49:57: die Freude!
00:49:58: Da findest du auch gut, dass jetzt so ein großer europäischer Familie in Epos erzählt wird und es sind halt wirklich nur... Weiß ich nicht, es sind so hundertreise Seiten oder sowas.
00:50:09: Dafür was mir irgendwie zu dünnen und auch zum wehleitigen weil er halt auf dieser Couch die ganze Zeit sitzt und das findet diese Couch-Therapie
00:50:15: situativer.
00:50:15: Aber Männer in dem Alter mit der Geschichte dass wir unglaubwürdig wenn er nicht weh leitet?
00:50:20: Ja
00:50:21: natürlich!
00:50:21: Das ist glaubwürdig.
00:50:22: aber...
00:50:23: Also wie sollte ihn denn bauen, dass er das vernünftig bei dieser Ärztin ist und auf dem Sofa liegt, das platziert ja sozusagen schon sonstig.
00:50:33: Ja aber dann gibt es wieder so Passagen da wird so seitenweise beschrieben wie irgendeinen Kunstwerk oder eine Oper oder also so.
00:50:39: dafür nimmt sich Katharina Pollert die andere sehr viel Zeit und an anderer Stelle ist es einfach nur sehr sehr viel Andeutung und dann wird auch so ne ganz krasse Verknappung.
00:50:48: und eigentlich der Großteil des Romans spielt sich eigentlich in meinem Kopf ab und steht nicht hier.
00:50:53: Aber warte mal, das hast du gerade gesagt.
00:50:55: Ist eigentlich schön oder?
00:50:56: Das ist eigentlich ein Gütesiegel.
00:50:57: Das ist leider so.
00:50:58: ein Großteil des Romans spielt sich in meinem Kopf ab und
00:51:01: ich muss da glaube ich mehr interpretieren als tatsächlich dasteht.
00:51:04: und wenn man es wohlwollend macht dann ist ja auch gut.
00:51:07: aber...
00:51:07: Wann ist das Vertrauen der Autorin?
00:51:11: Ich hätte mir schon gewünscht dass sie da irgendwie nochmal auf den Fünfzigseiten mehr schreibt und vielleicht noch einmal ein bisschen mehr in die Zwanziger- oder die Fünfzigerjahre zurück geht.
00:51:20: Also ich verrate es nicht, wie sie das zu macht.
00:51:23: Aber
00:51:23: es ist ja interessant... Wie hat er zum Beispiel?
00:51:26: Hier sind Löwen und auch in dem Zukunftsmusik was ich danach gelesen habe.
00:51:29: Das kann sie ja!
00:51:30: Sie macht das aus Gründen nicht und das ist ganz interessant warum man sich das...
00:51:34: Bei anderen Büchern mag es die Verknappung aussehen aber hier war's mir vielleicht ein bisschen zu verknackt.
00:51:39: Welche
00:51:40: fassst du zuerst gelesen?
00:51:43: auch?
00:51:43: Ja und dass ist vielleicht auch tricky wenn du etwas hast womit du es sozusagen immer im Abgleich hast, ist auch schwierig.
00:51:49: Aber es war interessant, weil's halt beides so.
00:51:51: Südost-Europa ist und das Film ist.
00:51:56: Da gibt's jeden Kapitel ein Soundtrack oder ein Lied, wo man wirklich die Musik so sehr klingen hat.
00:52:02: Auch hier wird bei Goldstrand auch ... Also das Sychef oder die Kunst vom Film, finde ich wird sehr gut in Literatur übersetzt trotzdem.
00:52:11: Weil man weiß auch an vielen Stellen gar nicht ist es jetzt tatsächlich passiert?
00:52:15: Oder ist es eine Imagination?
00:52:16: Ist es jetzt ein Art Triebuch was Elisys ausdenkt oder tatsächlich Fakt?
00:52:20: und dieses Spiel, dieses Chancierende... Das gelingt Katharina Pollard ja schon.
00:52:26: Sehr interessant aber kein komplett vergesst.
00:52:30: Ich hoffe es kam nicht so an.
00:52:31: Es war eher nur so eine Relation zu dem Ende.
00:52:33: Ja,
00:52:36: ich glaube es ist manchmal schwierig wenn man sowas ähnliches liest wo man denkt so... Okay.
00:52:39: Ich habe noch eine fair Geschichte gelesen und ich gebe zu ich hab sie gelesen weil ich das Cover so liebe und man sieht sofort dass es die gleiche Gestaltung ist wie bei Tove Detlefs nämlich Kathrin der Blauwehr hat das Cover gemacht, ich liebe!
00:52:51: Diese Bücher und USL allen Stellen hat es übersetzt.
00:52:54: Aster Olivia Nordenhof Geld in der Tasche, das war alles was ich wusste.
00:52:58: Und dann habe ich ehrlich gesagt auch Ich bin gerade ein bisschen ökonomisch weil ich so viel gearbeitet hatte letzten Monate.
00:53:03: Ohne siebzig Seiten.
00:53:04: Ich dachte super!
00:53:05: Ich hab...ich möchte gleich mal voraussagen.
00:53:07: Ich habe geträumt von diesem Buch.
00:53:09: Ich bin nachts aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen.
00:53:12: Das habe ich letztes Mal glaube ich auch schonmal gesagt aber es passiert mir gar nicht so oft und Es war bei diesen Buch wirklich ganz krass.
00:53:17: eigentlich fängt das an mit einer Frau, ich glaube es ist eine Frau.
00:53:21: Ich habe mir eingeredet dass eine Frau ist aber eigentlich nicht Fakt.
00:53:24: Die fährt auf dem Land rum in Dänemark und landet irgendwie an so einer relativ unbelebten Ecke und findet einen Hof und die weiß da wohnt ein Paar Und sie will da irgendwie hin und sie will ja irgendwas rausfinden.
00:53:41: Das ist der Einstieg.
00:53:43: Und dann ist man auf diesem Hof und da wohnen Maggie und Kurt.
00:53:47: Und Kurt hat ein Busunternehmen gegründet, also er hat irgendwann mal als Busfahrer angefangen.
00:53:53: Dann hat der sich irgendwann selbstständig gemacht und hatte irgendwie ein bisschen gut gezockt und hat seinen ersten eigenen Bus gekauft.
00:53:59: Mittlerweile hat er so einen... Ich glaube es ist auch so ein Ausflugsbus-Unternehmen.
00:54:03: Also keine Linienfahrten, die er macht aus dem Ausflugsbusunternehmen.
00:54:07: Und Maggie ist irgendwie bei ihm und ihr Tochter, ich glaube Sophia aber ich bin nicht ganz sicher.
00:54:11: Ist schon aus dem Haus und sie sind jetzt gerade in dieser berühmten tollen.
00:54:15: wenn das gut beschrieben ist und es kann Astha Olivia Nordenhof die Lyrikerin ist möchte ich nebenbei einflächen und es kommt in jeder Passage dieses Buches sehr raus.
00:54:23: Kann Sie gut beschreiben wie das ist?
00:54:25: Wenn die Eltern so empty nestmäßig irgendwie sich fragen was bleibt eigentlich von unserer Ehe wenn die Brut ausgezogen ist und wir nicht mehr so richtig wissen wie wir unseren Alltag neu strukturieren?
00:54:35: Dann gibt es eine Passage, wo Maggie – habe ich schon gesagt, dass der Roman Geld in der Tasche heißt?
00:54:41: Das ist relativ wichtig.
00:54:43: Dann gibt's eine Passaging, wo Maggy erzählt und das ist die, wo ich von geträumt hab weil plötzlich kommt aus ihrer Sicht raus.
00:54:50: Kurt ist total sadistisch Und sie ist ganz früh bei ihrer Mutter rausgeflogen.
00:54:55: Da war sie vierzehn und hat sich eigentlich seither irgendwie dann durch die Welt geschlagen, und hat auch mit Typen geschlafen.
00:55:00: Es war alles ein bisschen gewalttätig, misogön schwierig... ...und sie hat es irgendwie geschafft, dann hat sie irgendwie kurz gefunden.
00:55:08: Dann haben Sie geheiratet wie auch immer!
00:55:10: Und dann hatte er sich aber so entpuppt als echt auch bistiger Typ und man fängt an Kurt zu hassen.
00:55:15: Also ich habe das so gelesen und hab Kurt so gehasst.
00:55:18: Dann gibt's einen Break Und plötzlich erfährt man was über eine Fair-Geschichte.
00:55:23: Nämlich, das ist ein riesengroßer Betrug gewesen.
00:55:32: Es sind knappe Formen.
00:55:34: Ich glaube es ist eine Fähre versenkt worden, Brandstiftung und hinterher kam raus der Typ, der die Fähren verkauft hat gerade.
00:55:43: Dem hat sie offiziell noch gar nicht gehört.
00:55:45: Das war aber eine Riesenversicherungssumme Und es sind aber ausnahmsweise hundertsechzig Leute gestorben oder sowas.
00:55:51: Also er hat das wohl schon öfter gemacht, aber diesmal konnte die Passagiere nicht mehr rechtzeitig evakuieren.
00:55:56: Es ist passiert,
00:55:56: ne?
00:55:56: Ja in den neunzig-ganzen Wikipedia Artikel darüber der allerdings sehr, sehr vage ist während genau das was Asta Olivia Nordenhof darüber erzählt ließ sich wieder viel bessere Wikipedia Artike.
00:56:07: und dann kommt das Kuhle und möchte auch noch mal sagen es hat Hundertsiebzig Seiten.
00:56:10: danach kriegt man die Perspektive von Kurt und man hat plötzlich einen ganz anderen Blick auf Kurt.
00:56:16: Dass ein Typ in einem Buch einen Protagonist, den ich so gehasst habe sich plötzlich so wechselt.
00:56:22: Das ist mir wirklich noch nie passiert und dass das gelungen ist.
00:56:24: Ich möchte jetzt aufhören aber Asta Olivia Nordenhof übersetzt von Osel Einstein gelt in der Tasche Und das Geile es.
00:56:30: eigentlich geht es nicht um die Fähre sonst geht eigentlich um Beziehung und Liebe und wie das Leben gelingt, aber die Fähre spielt halt die ganze Zeit eine Rolle.
00:56:37: Und es ist der erste Band einer siebenteiligen Serie.
00:56:40: Oh wow!
00:56:41: Genau und deswegen mache ich dieses Schnellersabsacker.
00:56:43: weil das nächste Buch erscheint im Mai heißt Das Teufelsbuch übersetzt auch wieder Ose allen Steinen und das bespreche ich dann nicht als Absacker.
00:56:50: Das
00:56:51: kommt jetzt um mein
00:56:51: Teil.
00:56:53: Schön sieht's aus.
00:56:55: Mein kleiner Absacker?
00:56:56: Ja Tanja Reis, die Puppe erschienen im Residenzverlag in der Reihe Dinge des Lebens.
00:57:01: Da gibt es auch so viele andere das Bett, das Fahrrad und der Hut.
00:57:04: Das Fahrrad?
00:57:05: Ja habe ich schon gelesen aber nicht hier besprochen.
00:57:09: Was sagst du?
00:57:09: Tanja reises gibt es ehrlich zu ist bin befangen denn Tanja ist eine Kollegin von mir und
00:57:15: ich
00:57:16: schätze sie sehr als finde sie es einer der klügsten Köpfe in der Deutschpaare.
00:57:22: Ich mag Sie
00:57:22: auch sehr!
00:57:23: Genau.
00:57:24: Und sie hat jetzt einen Essier geschrieben für Residenz, die Puppe in der Sie halt die Pappe sozusagen analysiert?
00:57:32: Wolltest du schon?
00:57:32: Ich wollte gerade fragen habe ich nicht
00:57:35: mal Ihren Roman hier besprochen von mir?
00:57:37: Ihr Solo?
00:57:37: Ja.
00:57:38: Kann sein und ich glaube es den danach...
00:57:39: Und da kanntet ihr euch noch nicht.
00:57:41: also wir sind sozusagen jeder singesledig.
00:57:44: Also eine sehr sehr kluge Person hat jetzt so Gedanken über die Puppe.
00:57:50: Zum Beispiel, dass die Pappe oft sozusagen ein Instrument ist wie schon kleine Mädchen ihre weiblichen Rollenbilder lernen in puncto Fürsorge und das hier halt.
00:58:03: meinetwegen diese Baby-Simulation, die so eine Puppee ja ist dann schon wickeln soll und füttern sollen und halt für sie da sind und es eigentlich immer sich schon für ein anderes kleines Wesen aufopfern.
00:58:16: Ich hatte Echsenfiguren und so was.
00:58:19: Also eine eierrische eigene Puppe.
00:58:22: Das fand ich sehr interessant, weil es auch extrem interessant finde ist dass das Puppen oft dann auch später so ein Symbol sind.
00:58:30: da geht sie so ein bisschen Literaturgeschichte zurück für die Sehnsucht des Mannes nach einem weiblichen Körper der nicht wieder spritzt und verfügbar ist.
00:58:39: Und hier hat er ein bisschen klassische Beispiele zum Beispiel Eta Hoffmann in der Sandmann, dieser von Wonathana Els ist eigentlich mehr in die Olympia verliegt als seine eigene Frau.
00:58:53: Weil die Olympiah halt nicht widerspricht.
00:58:56: oder christlich krass Geschichte mit Kokoska, der ja von Alma Mahler verlassen wurde und es ist dann eine Naturgetreue Replik praktisch von Alma Mahler hat bauen lassen und so der Puppenbauerin gesagt, sie soll an Thomas Bitter in allen Stellen korrekt sein.
00:59:14: Und dann saß die halt bei ihm im Atelier und hat sich auch viel gemalt.
00:59:18: diese Puppe dann und irgendwann hatte sie geköpft im Garten und wurde dafür sogar mal kurz wie das Modus bezichtet weil die Nachbarn gesagt haben, er hat gerade seine Frau um.
00:59:29: Sie geht dann auch bis durch Chisel Pelicot die nämlich in dem Moment, wo sie so betäubt wurde.
00:59:35: Das ist eigentlich so eine Puppe gemacht worden und so war es.
00:59:40: Da wird ganz deutlich das Nachdenken über die Puppee immer auch eine feministische Kritik bedeutet.
00:59:47: Und das schon bei kleinen Mädchen.
00:59:52: Uns ist aber bis ins Erwachsene-Mannestum dann praktisch weiterführt und dann treibt sich auch über sechs Puppen.
01:00:00: und was das eigentlich für einen für eine ambivalente Geschichte ist, dass in Modellen oft mehr Puppen mittlerweile ausgeliehen werden als der erste Frauen gebucht.
01:00:11: Und das macht sie dann jetzt auch, weil wir heute ja immer Seiten zählen.
01:00:15: Auch auf sechste Seiten und aber so klug und so elegant geschrieben, dass es einfach nur eine Bereisserung ist.
01:00:24: und auch diesen Gedanken über die Puppe.
01:00:25: also daran kann man nochmal sehen Wenn man sich Gedanken zu einem Gegenstand macht, was eigentlich alles angehen kann.
01:00:33: Wenn man dann ein bisschen tiefer schürft.
01:00:37: Tanja reist die Puppe im Residenzverlag erschienen.
01:00:41: Große Empfehlung!
01:00:43: Ich finde, das ist ein sehr guter Abschluss.
01:00:44: Ich musste gerade auch an den Laden denken bei dir um die Ecke wo ich manchmal wenn ich bei dir eingeladen bin was viel zu selten passiert abends nach Hause gehe und ich bin so ein
01:00:51: bisschen eingeschickt.
01:00:52: Dann gibt es diesen Laden der so lebensechte Babypuppen hat und stehe immer vor dem Schaufenster
01:00:58: auf der Hermannstraße.
01:00:59: Denke wirklich dass dann neu geborene Babys sind ganz beeindruckt wie man sowas machen kann.
01:01:04: Egal kleine Exkurs Wir sehen uns wieder am ersten Juni.
01:01:08: Dann zur Folge VIII wir danken der Stabi Wie immer, dass wir hier sein durften.
01:01:12: Kommt am siebenundzwanzigsten Mai.
01:01:14: Gerne mal persönlich hier vorbei und guckt euch das Gebäude an!
01:01:16: Es lohnt sich gut das Kulturwerk an... Und jetzt wünschen wir euch einen schönen Abend, einen wunderschönen Mai.
01:01:25: Danke fürs Zuhören und Zuschauen.
01:01:34: Das war Blauswärts Berlin der Literatur-Podcast
01:01:38: Live aus der Staatsbibliothek Berlin.
01:01:41: Vielen Dank
01:01:41: für's Zuhörn.
01:01:42: Wir hören uns im nächsten Monat.
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