blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #87 Oktober 2026
Shownotes
Während draußen unter den Linden Berlin in tausend Farben funkelt, sprechen wir in der Stabi über unsere neuesten Bücherentdeckungen. Maria beginnt mit einer Autorin, deren Bücher einen festen Platz in unserem Lesen haben. Simone Schabert fügt unserer Sprache ein Alphabet des Wassers hinzu und setzt dabei Strömendes frei. Auch wenn Olivia Laing ein neues Buch schreibt, ist es bei uns nicht die Frage, ob wir es besprechen, sondern nur, wer von beiden es tun darf. Das Buch der Träume erzählt eine wunderbar queere Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des italienischen Kinos und grotesker Gewalt. Deren Linien durchzieht auch Shida Bazyars neuen Roman wie ein Geflecht aus Verdrängung und Schuld. So präzise und gleichzeitig porös wurde bisher noch nie deutsche Geschichte erzählt. Ganz in der Gegenwart landen wir mit Maja Zades Nachbarschafts-Episodenroman. Sie ist die Chefdramaturgin der Berliner Schaubühne und das spürt man in diesem dialogstarken Debüt auf jeder Seite. Vor Regina Denks neuem Buch hat Maria etwas Anlauf gebraucht, weil die Geschichte von vier jungen Menschen von schwerer häuslicher Gewalt handelt. Dennoch gibt sie eine eindeutige Leseempfehlung. Zum Schluss bespricht Ludwig ein Buch, welches kräftig an den Säulen des Patriarchats sägt und Maria eine sehr frische, kompakte, glänzend erzählte deutsch-deutsche Geschichte.
Wir wünschen euch einen wundervollen Leseherbst, eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin.
Eine Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin.
Transkript anzeigen
00:00:06: Blauschwarz-Berlin, der Literaturpodcast
00:00:09: aus der Stabi.
00:00:11: Wir sind Ludwig Lohmann
00:00:12: und Maria Christina
00:00:13: Piewowsky Und einmal Monat treffen wir uns und reden über die Bücher, die uns in letzter Zeit beschäftigt
00:00:18: und begeistert haben.
00:00:22: Blauschalz Berlin, Der LiteraturPodcast
00:00:25: Live aus der Staatsbibliothek
00:00:26: Berlin.
00:00:38: Guten Abend!
00:00:40: Herzlich willkommen zu Blauschals Berlin, der literatur podcast Folge eighty-seven.
00:00:45: Ja!
00:00:45: Ja, live aus der Staatsbibliothek zu Berlin.
00:00:48: jetzt ist es schon wieder dunkel hinter uns und das Festival of Lights findet gerade hinter uns statt.
00:00:53: deswegen gibt es völker Scharen die unter den Linden
00:00:56: sich tummeln
00:00:57: Pantenburger Tor und sich freuen
00:01:00: wie schön diese Stadt ist habe ich mich heute auch gefreut.
00:01:02: Ich hab' auch gedacht dass schön jetzt so ein Herbst in Berlin hast du auch
00:01:05: irgendwie strahltes Gebäude gesendet.
00:01:08: Ja, ich habe sogar ein Foto vom Dom gemacht auf dem Weg hier und hab mich gefühlt wie so eine Touristin.
00:01:13: Aber wir wollen
00:01:13: heute nicht in der eigenen Stadt.
00:01:15: Das ist ja auch immer
00:01:17: sehr schön!
00:01:17: Wie war die Bruchmessern?
00:01:19: Sehr schön!
00:01:21: Ich habe es sehr genossen.
00:01:22: Es gab also ne neue Hallenaufteilung.
00:01:24: Die ganzen Verlage waren jetzt unten unter drei Null.
00:01:27: Da hat es zwar mehr Platz... Also mehr hat's getaugt und der Agent Center war auch irgendwie schöner als beim letzten Mal ein bisschen luftiger.
00:01:35: Aber diese Halle III.
00:01:35: I, wo immer die unabhängigen Verlage waren, die sind halt jetzt auch unten und eigentlich ist es in der III.I oben auch sehr schön gewesen weil man da so einen tollen Blick irgendwie auf die Wolken war ein bisschen mehr im Licht.
00:01:48: Aber ich habe trotzdem eine sehr schöne Messe
00:01:50: gehört.
00:01:50: Über die Buchmesse werden wir heute auf jeden Fall noch reden, Ich muss auch einmal schon vorab sagen dass ich mir heute mich sehr gefreut auf diese Folge.
00:01:57: aber es hat mir glaube ich in allen Fällen Bücher ausgesucht über die man eigentlich gar nicht so gut sprechen kann.
00:02:05: Das werde ich dann auch jedes Mal begründen, was daran so herausfordernd
00:02:08: ist.
00:02:08: Wir werden darüber singen oder
00:02:10: wir werden mit
00:02:11: Murmeln
00:02:11: oder Tanzen... Oder irgendwie versuchen den so gut auf den Grund zu gehen wie wir können.
00:02:16: und beim ersten fange ich schon mal an da ist nicht das Sprechen darüber schwierig dass es sehr leicht.
00:02:21: Aber wir lesen ja immer Lyrik zum Beginn einer Folge und es kommt mir vor, wie die Harnbüchens-Die Idee aller Zeiten.
00:02:29: Lyrik von Simone Schaber zu lesen wo sie das doch selber so besonders und so bewegend und hervorragend und toll macht.
00:02:37: und deswegen mache ich das und möchte aber dass ihr trotzdem alle ihren Podcast Nahaufnahme hört wo ihr euch das nochmal richtig anhören könnt.
00:02:46: Ich möchte nämlich sprechen überall verbiet des Wassers, das ist vor kurzem erschienen im Sommer.
00:02:53: Da hat sich nämlich die Jahrtausendflut der Erft zum fünften Mal gejährt.
00:03:02: Erft in Rheinland-Pfalz ist so ein bisschen über hundert Kilometer langer Fluss und der ist seit Jahrzehnteinundzwanzig.
00:03:11: Auch schlimmsten Corona, ja also wirklich massivst über die Ufer getreten.
00:03:16: Das ist der Fluss an dem Simone Schabert lebt und den Alphabet des Wassers geht sie in etwas über Hundert Fersen dieser Erfahrung nach was passiert wenn eine Naturgewalt, so eine Naturkatastrophe Eintritt und auch was für Spuren sie hinterlässt.
00:03:34: Und was für Neues nachdenken Sie über Wasser als Medium generell?
00:03:39: zur Folge hat.
00:03:40: Und bevor ich kurz was daraus lesen will, denn das will ich schon weil ich es so ganz berührend und bewegend und klug finde, will ich einmal kurz auf diese großartige Gestaltung eingehen.
00:03:49: die hat Kraft-und Wiechmann gemacht und es fängt schon damit an dass das Cover aus drei Teilen besteht, die alle individuell gerissen werden.
00:03:58: deswegen ist jedes Buchen unikat und spielt natürlich auch die Wellenlinie an.
00:04:03: Es spielt auf diese Zerbrechlichkeit oder Verletzlichkeit an die bei so einer großen Naturkatastrophe passiert.
00:04:10: Und wenn man das jetzt öffnet, dann ist dieser Farbdruck in blau quasi der sich von unten auf der Seite, von Seite zu Seite weiter nach oben als
00:04:22: würde das Wasser steigen?
00:04:24: Als würden die Wasser steigend und... Aber das
00:04:26: ist dann mit Schaden also Digital gedruckt.
00:04:29: Das ist eine Fadenbindung und Heftung, also alles was schön sein kann an einem Buch ist es im Alphabet des Wassers.
00:04:38: Und weil's aber auch um diese ganz großartige Sprache geht, um die berührenden Worte und Beobachtungen möchte ich ganz kurz vier kurze Verse sozusagen vorlesen.
00:04:49: Also Simone Scharbert hat das mal glaube ich als Essay begonnen, hat dann ein Langgedicht draus gemacht.
00:04:54: jetzt sind Es ist eine Reihe von über hundert Fersen, die diese Unfassbarkeit versuchen in Worte zu fassen.
00:05:02: Weil sie sagt dass wir allein Alphabet des Wassers brauchen.
00:05:06: Am Anfang des Tages stehen kurze Nachrichten schmale Sätze aus dem Radio Hochwasser an Bechen und kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen möglich.
00:05:16: Die Sätze wiederholen sich.
00:05:17: Ich höre Sie während ich Kaffee mache Während ich Brot schneide Butter auf den Tischstelle.
00:05:23: Es ist zehn Uhr, es wird elf Uhr zwölf Uhr.
00:05:27: Ich nehme die Sätze an mich.
00:05:28: noch haben sie kaum Gewicht.
00:05:30: Lege Sie zusammen, falte sie in eine Ordnung des Tages.
00:05:34: Straf klar!
00:05:36: Der Himmelblau von Regen keine Spur zwei.
00:05:41: Am Ende dieser Tage werden Bilder treiben In uns durch uns.
00:05:45: ich werfe Netze aus Fischeln nach ihnen lege sie nebeneinander ordne vorsichtig sehe dass sie kein Wasser ergeben und doch alle mit Wasser zu tun haben.
00:05:56: Von diesem langen Tag erzählen, davon das Sonne war Die Kiesgrube ruhig lag die Oberfläche schimmend.
00:06:04: Ein Reiher am Erftufer stand An diesen Fluss der nur einmal in hundert Jahren über seine Ufer tritt.
00:06:10: Einmal!
00:06:12: Die Wahrscheinlichkeit unter einem Prozent.
00:06:15: Eine Jahrtausend Flut wird es werden.
00:06:18: Ich glaube ich möchte nicht mehr daraus lesen, ich möchte dass ihr selber lest mit Simone Schabert über diese Erfahrung durch die Seiten geht, in diese Unfassbarkeit und dieses große Erstaunen gleichzeitig.
00:06:33: In dieser menschliche Verantwortung für alles was Naturkatastrophe und Klima in unserer heutigen Zeit eben auch ist.
00:06:40: es eines der wunderschönsten und berührendsten Bücher dieses Jahres finde ich.
00:06:47: Aber wo kriegt man das her?
00:06:48: Jetzt
00:06:49: kann man bei Simone Scharbert bestellen auf der Website, also ihr müsst einfach nur Simone Scharbert googeln.
00:06:54: Dann kommt ihr auf eine hervorragende Website und dann verschickt sie das im handgenähten Säckchen – ich finde, man will es unbedingt haben und über das Wasser nachdenken und über die Sprachlosigkeit.
00:07:12: was die Natur einfach ist und die Gewalt, die sie einfach auch bedeuteten.
00:07:16: Was unsere menschliche Verantwortung darin ist und wie wir natürlich auch leben und überleben wenn es zu solchen Katastrophen kommt.
00:07:23: Und dann denken wir vielleicht alle über eigene Alphabeten nach, die wir brauchen um gut durch diese Zeiten zu kommen.
00:07:30: Ja ihr findet das!
00:07:32: Aber sie macht keinen ABCDE?
00:07:34: Nein, es ist kein ABCDE.
00:07:36: Das
00:07:36: gibt's ja auch oft...
00:07:37: Genau!
00:07:38: Es heißt eben Alphabet des Wassers weil das schon wirklich wie ein Sprechen und einen Schauen lernen ist auf diese Dinge.
00:07:46: Also sie beschreibt im Verlauf des Buches, wie sie zum Beispiel erschrocken ist über die Flaschen, die überall angeschwemmt werden diesen ganzen Müll den wir ständig produzieren der eigentlich woanders ist über den Schlamm, der kommt, der alles verkrustet, der sich ihr wie in die Ohren legt weil man den gar nicht mehr abkriegt.
00:08:02: also auch das was nach einer Flut passiert dieses Aufräumen achtsam und wachsam und schockiert sein.
00:08:09: Und gleichzeitig gibt es aber auch so eine Zuversicht, in dem wie sich Menschen zusammentunen wenn sie versuchen miteinander etwas zu schützen was da eben auch für ne Kraft drin steckt.
00:08:20: Alphabet des Wassers von Simone Scharbert hat sie in ihrem eigenen kleinen Haus sozusagen, Kraft und Wichtmann hat das großartig gestaltet.
00:08:27: Es hat auch Helge Pfannenschmidt ganz toll lektoriert.
00:08:31: Das hat bei den ist so schnell ins Programm gefasst?
00:08:33: Ja, und sie wollte
00:08:33: jetzt...
00:08:34: Was normalerweise ist ja bei Edi zur Erzur.
00:08:35: Genau!
00:08:36: Und macht da großartige Bücher.
00:08:38: Hat ja aber auch schon einige lürrig Sachen oder Collagen-Sachen selber gemacht und das musste jetzt eben zu Jahrestag klingt immer so schwierig beisokatastrophen, aber eben doch zu diesem fünfjährigen Jahristag dieser Jahrtausendflut, wollte sie dieses Buch richtigerweise in der Welt wissen.
00:08:57: Und da ist es jetzt und ob ihr die Erft kennt oder nicht völlig egal.
00:09:02: an einem Wasser standen wir schon alle und darüber nachgedacht haben wir auch schon alle.
00:09:05: Das finde ich ganz berührend was sie da geschafft hat.
00:09:09: Alphabet des Wassers
00:09:11: ist ja auch krass, wie wir immer mehr in den Dialog mit dem Wasser treten.
00:09:14: Also jetzt im Sommer haben wir alle darüber gesprochen dass die Flüsse hier zu wenig Wasser haben und dann gibt es auf einmal wieder diese Jahrhundertfluten, die gefühlt alle drei Jahre mittlerweile auftauchen, auch mit dem Alltal war er...
00:09:25: Ich habe neulich an der Kroschner gesehen, wie sie in der Elbe standen und sie stand relativ weit drin und das ging ihr kaum bis zum Knie.
00:09:33: also auf einem Foto hab ich's gesehen und das sind eben auch so diese Extremer diese menschliche Verantwortung, die man hinter all dem sieht auch wenn es natürlich schon immer Naturkatastrophen geben hat und sowas wie Flüsse
00:09:45: und Wasser
00:09:47: eben.
00:09:51: Also man kann ja Simonisch Harbert ganz sicher als eine Stammgäste in unserem Podcast bezeichnen.
00:09:59: also sie ist zumindest schon sehr oft.
00:10:02: Ich
00:10:03: glaube, das Anna Etkins Buch habe ich nicht vorgestellt weil ich das moderiert hab und da haben wir ja so ein bisschen gesagt was wir moderieren, das packen wir nicht in den Podcasts aber es sind mir alle unfassbar nah im Herzen und ich kann euch wirklich nur noch mal empfehlen diese Stimme von Simone Schaber zu hören wie sie etwas gedachtes, was geschrieben ist, vorliest.
00:10:21: in ihrem Podcast Nahaufnahme immer so ein großes großes Glück und dann wisst ihr auch warum ich mich nicht weiter gelesen habe.
00:10:27: aber ich glaube in eurer eigenen Stimme wird alles auch hervorragend funktionieren.
00:10:31: Das hat immer so etwas Ätherisches und ein bisschen was Flüssiges.
00:10:35: Ja,
00:10:35: aber auch Flüssig ist.
00:10:37: schön, dass du das sagst.
00:10:37: Aber es hat auch was... Wo ich finde, das ist richtig, weißt du?
00:10:41: Und alles, was ich dann so versuche, kommt nicht daran.
00:10:46: So!
00:10:47: Ich habe jetzt auch eine Stammgäste.
00:10:50: Also sagt man das?
00:10:53: Du schüttelst
00:10:53: den Kurs.
00:10:53: Ein Stammgest-Menschen.
00:10:55: Achso, das meinst du.
00:10:59: Das hat mich gerade verunsichert, dass du den Kopf geschüttelt hast.
00:11:03: Weil Olivia Lange seit zwei Jahren sich als non-binär bezeichnet und deswegen kann ich es nicht Stammgäste sagen.
00:11:11: Sehr aufmerksam Maria, danke, dass Du mich darauf hingewiesen hast!
00:11:15: Das neue Buch von Olivia Langen heißt im deutschen Buch der Träume was ist ein eher generischen Titel finde?
00:11:21: Englisch heißt das The Silver Book Vielleicht genauso generisch, aber es verstehen wir uns nicht einfach das Silberne Buch genannt hat.
00:11:29: Auf jeden Fall das Buch der Träume wieder
00:11:31: von... Ich habe so eine Vermutung.
00:11:33: Warum?
00:11:34: Wenn du an deine Buchhändlerzeiten erinnerst und das Silbergene Buch eingibst dann landest du glaube ich in sehr deutlichen Phantasiespheren wo's dann schwierig ist.
00:11:43: Aber bei Bucht der Tröme hast Du auch Untertreffer.
00:11:45: Ja vielleicht
00:11:47: Genau.
00:11:47: auf jeden fall ist Oliver Leng wieder von Thomas Moe übersetzt worden der auch schon die anderen Blüster von Thomas More übersetzt hat.
00:11:55: Und das habt mal geguckt, also wir haben... In Folge neunundzwanzig über zum Floß gesprochen.
00:12:01: Die
00:12:01: Bienen bosselten im hohen Gras?
00:12:02: Du hast das gemacht, in Juni-Zwei-Tausend-Einundzwanzeig.
00:12:05: Ich habe es angeschleppt!
00:12:06: Ja sehr schön, dann in Folge zwei und vierzig ist über Lawnley City gesprochen um August Zwei-Nzwanziger.
00:12:13: Aber warst du in New York
00:12:16: oder?
00:12:16: Genau, dieses Buch hätte ich in Newark glaube ich nie so verstanden.
00:12:19: Und dann in den Folge achtundsechzig November Vier-Zwanzig habe ich es über everybody gesprochen
00:12:25: Und ich erinnere mich auch noch, wie.
00:12:26: wir waren wir letztes Jahr oder vor zwei Jahren zum Internationalen Literaturfestival bei einer Lesung von Olivier Leng und Daniel Schreiber im Haus der Berliner Festspiele.
00:12:37: Und das habe ich aber auch eins vergessen – im Garten!
00:12:41: Natürlich!
00:12:42: Aber das war jetzt kürzlich erst früher?
00:12:46: Das müssen wir nochmal nachschauen auf jeden Fall.
00:12:47: Ah dann ist es jetzt schon das fünfte Buch von Olivier Leng, was hier im Podcast besprochen wird.
00:12:52: Und das hat mich so drauf gefreut und Marian ist... Also wir haben uns echt schon auch ein bisschen.
00:12:56: im Vorfeld mussten wir ein bisschen diskutieren wer von uns beiden das besprechen darf aber da Maria so großzügig ist durfte ich es machen.
00:13:04: Das ist so schön oder?
00:13:06: Ich glaube am Endeffekt bist du ja auch ein wenig froh drum.
00:13:09: Hast du's schon gelesen?
00:13:11: Ich hab die jetzt erst mal überlassen und lese sie nach in Ruhe.
00:13:13: Ich habe die dicken Klopper gelesen solange.
00:13:15: Ja,
00:13:16: dank dir sehr weil es geht in dem Buch.
00:13:19: Das ist ein Roman, wie der im Meer romanhaft als die anderen essayistischen Bücher von ihr.
00:13:26: Gehen wir in das Jahr, hier gibt es den jungen Kunststudenten Nicholas Wade.
00:13:31: Er kommt aus England und sieht auch aus wie so einen Bilderbuchbiete also ganz weiße Haut und karottenrote Haare wird es beschrieben.
00:13:41: Und er hat in England ein ziemliches Schlamassel gebaut weswegen er alles hinter sich lassen muss und nach Italien flieht.
00:13:49: Er prist praktisch sein Leben als Zweiundzwanzigjährige Kunststudent in Großbritannien ab und flied nach Italien.
00:13:55: Dort sitzt er an diesem damals relativ runtergekommenen Bahnhof in Venedik, lungert dort so rum und wird entdeckt von Danilo Donati.
00:14:07: Danilo donati war zu der Zeit gerade in Vendedi weil er diese Zeichnungen aus der Stadt gemacht hat, weil Danilo berühmteste, größte Kostüm- und Szenenbildner der Welt.
00:14:25: Er hat zum Beispiel ... also er hat zu der Zeit schon einen Oscar gewonnen für Romeo & Julia.
00:14:32: da hatte er so ein.
00:14:33: im italienischen Film gab es von neunzehnundsechzig.
00:14:37: Also er war weltberühmter als Kostümbildner.
00:14:41: So Und diesen Danilo Donati lernt Nicholas Wade kennen.
00:14:46: Und dann entwickelt sich zwischen den beiden eine Liebesgeschichte.
00:14:50: Danilo Donati ist wesentlich älter, ein bisschen krupulenter und kleiner und hat halt diesen jungen
00:14:57: Engelsgleichen
00:14:58: Adonis genau.
00:14:59: So ganz klassisch der mächtige Mann und der junge mittellose Student.
00:15:05: Das denkt er sich auch an Danilo.
00:15:06: Na ja, das habe ich mir jetzt hier für so einen Schönenling ins Bett geholt.
00:15:11: Also reflektiert es auch, aber gleichzeitig kann auch die Fingernis von ihm lassen.
00:15:14: Das entwickelt sich eigentlich eine sehr schöne Liebesgeschichte.
00:15:19: Auch völlig selbstverständlich dass sie als Männer da so in den vierten, sieben und siebzig so zusammenleben was auch sehr schön erzählt wird in dieser Filmwelt.
00:15:27: Und dann wird parallel dazu erzählt Olivier Leng an welchen Filme er gerade arbeitet der Danilo Donati und das nämlich zwei.
00:15:36: Das eine ist Die Hundertzwanzig Tage von Sodom von Pia Paolo Pasolini und das zweite ist Casanova von Fellini.
00:15:46: Diese beiden, ich glaube für Casanovo würde er dann nochmal den Oscar kriegen.
00:15:50: Und er erzählt also er nimmt praktisch diesen Nick mit an der Set und lässt ihn so ganz viel zeichnen weil man muss ihm ganz viel Zeichen damit man diese ganzen Sets nachbauen kann die Kostüme und Details genau und man lernt unglaublich viel darüber Was so Film als Kunstform eigentlich bedeutet, also diese ganzen... Bevor dann eigentlich die Tauspieler innen und die Rechiseure oder Parzolini an Set kommt.
00:16:17: Was davor schon passieren muss damit tatsächlich dieses Szenen so gedreht wird.
00:16:21: Zum Beispiel bauen sie in der Sinisitat, das ist ein Filmdorf in der Nähe von Rom sowie Hollywood.
00:16:28: Bauen sie zum Beispiel Venedig nach den Kanal de Krande und sowas für diesen Casanova-Filmen.
00:16:34: Und so ganz viele, auch diese ganzen Kostüme.
00:16:36: Das wird wirklich toll beschrieben wie die das zum Teil auch faken.
00:16:39: Genau.
00:16:40: und dann kommt aber immer mehr auch dieser Geschichte von von Salo oder die Hundertzwanzig Tage von Sodom.
00:16:46: Das ist eigentlich der Hauptfilm an dem sie während dieses Buchs arbeiten.
00:16:51: Kommt immer mehr so die Geschichte rein und es ist ein Film, der extrem krass wurde in den meisten Ländern verboten und nach einer Vorlage von Marquite Saad geht's darum dass einem kleinen italienischen Dorf, das heißt Salo am Ende des Faschismus.
00:17:07: Eine Gruppe von Fasches noch mal wie so eine Art kleines Königreich aufbauen wo gar nicht viele Leute wohnen.
00:17:15: und dann entführen sie aus der ganzen umliegenden Gegend junge Menschen Alle so fünfzehn, sechzehn Jahre die jungen Mädchen entführen.
00:17:23: Die packen die in so eine riesige Villa und stellen mit denen die brutalsten grausamsten Sachen ein.
00:17:30: Also das ist an Foltervision und es ist kaum zu überbieten.
00:17:35: also auch was Marquis de Sartz sich da schon ausgedacht hat und Pasolini übersetzt es halt in die Zeit des späten Fascismus.
00:17:43: Und es wird auch in den Filmen zum Teil ganz, ganz drastisch gezeigt.
00:17:46: Es gibt vier verschiedene Enden.
00:17:48: Ich habe glaube ich nur eins gesehen was noch gar nicht mal das Schlimmste ist und diese Brutalität die da so dargestellt wird auf der einen Seite was wirklich fast unerträglich ist und auf der anderen Seite aber ein Mensch darüber nachdenkt wie schaffe ich eigentlich diese Bruttalität darzustellen?
00:18:07: Die müssen z.B.
00:18:08: Exkamente essen.
00:18:09: Also es wird im Film tun dies als würden die Exkremente essen.
00:18:11: Na überlegt er, na wie baue ich denn Exkremente so?
00:18:14: Dass sie das essen können Aber dass es auch realistisch aussieht weil die essen ja keine echten Und solche Überlegungen.
00:18:21: und dann hat es auf einmal sowas So eine Mischung aus Kunst Handwerk so was
00:18:26: Zum Blick hinter die Kulissen
00:18:28: Ja aber das macht auch total Spaß und zu überlegen okay Wie schafft man diese Visionen oder diese Illusionen Im film?
00:18:33: und wenn der sagt zum Beispiel in einer Stelle Du musst mit diesen Kürsen was machen, damit die im Film echt aussehen.
00:18:44: Es ist immer so eine Übersetzung.
00:18:47: Und da folgt man ihnen so und dann kommt natürlich auch diese Überlegung ja, was ist denn da eigentlich in Salo damals passiert?
00:18:53: Und hier im Buch wird behauptet ich weiß nicht ob es stimmt dass sowohl der Danilo als auch Pasolini beide im Salo aufgewachsen sind.
00:19:01: In dem echten Salo bevor die Faschisten dabei.
00:19:05: Das konnte es aber nicht rausfinden, ob das stimmt.
00:19:08: Aber wenn Roman draufsteht, darf
00:19:09: man ja auch alles machen.
00:19:11: Genau und es geht halt darum wie so Gewalt in einer Welt eine eigentlich schöne und ja von der Natur ein heile Welt dann so einprägt und alles so zerstört und diese absolute Zivilisationsbruch der der Fascismus ist.
00:19:28: Der wird da so mit erzählten im Film und interessant Parallel ja auch dieses Privatleben von Danilo, der an einer Stelle beim Cruisen mal ganz brutal zusammengestiegen wird.
00:19:40: Dann kommt er nach Hause und hat eine gebrochene Nase dargestellt wird.
00:19:43: Und es gibt dann auch eines Szene – da bleibt er, ich glaube zu Ostern, in dem Siebzig ist das.
00:19:48: Da bleibt dieser Niklas mit Pasolini alleine an diesem Filmset so für einen Wochenende alle fliegen aus.
00:19:54: Und Pasolinni und er kommen sich halt auch näher.
00:19:58: Weil Pasolininni fand immer junge Jungs, also so hübsche Jungs fanden halt immer sehr gut Und das führt auch dann zu so einem traurigen Knick in der Liebesgeschichte.
00:20:06: Das sind wirklich toll erzählt, weil Nilo dann gesagt hat, lass mich halt in Ruhe und gehe mit Pasolini ins Bett.
00:20:12: Ja,
00:20:13: ist das ja auch ein... Ja!
00:20:15: Dann wird diese Liebe und dieses Schaftes-Olivier-Längen wirklich ganz zart und sensibel darzustellen.
00:20:21: Und dann zeigt sie wie Pasolinni immer an diesem Römmissen mehr oder weniger Straßenstrich verkehrt.
00:20:29: Und ihr eigentlich schon ein Belbs da ist?
00:20:32: Und dann aber auch sich immer mehr so in die Gefahr begibt von Leuten, die halt seinen Lebensstil oder dieses bisschen dendierhafte, dieses auch ultraextravagante.
00:20:42: Weil seine Filme sind halt... Das ist so avantgarde.
00:20:44: Also wirklich viele wurden verboten und das war zu krass für die Leute da an diesen traditionellen Gesellschaften.
00:20:50: Man sagt doch, die siebziger Jahre waren in Italien, es waren so die pleierenden Jahre, also da war halt nichts leicht Also konservativ und Pazzolini ist da halt völlig draus geschossen aus dieser ganzen Welt.
00:21:02: Und er wird dafür bestraft, weil dann kann man glaub ich es also die Leute, die sich mit Pazzolinini schon ein bisschen auskennen wissen.
00:21:08: Das wird im Buch erst zum Schluss erzählt aber man weiß das eigentlich vorher.
00:21:11: Es wird eines Tages umgebracht von einem diese Striche auch in... Ein ganz realer.
00:21:16: Ich frag mich gerade, hat denn das auch Lürik geschrieben?
00:21:18: Der hat auch Lürik besprochen... Ja ja, genau!
00:21:21: Also wir haben auch schon mal ein Lüri von ihm vorgelesen.
00:21:24: und diese Gewalt auf der realen Ebene sozusagen da so mitschwingend.
00:21:29: und dann... Und das ist was Olivia Layng.
00:21:33: Wahnsinnig gut gelingt dieses Spiegel von Was passiert vor der Kamera?
00:21:39: Wie wird dieser Gewalt inszeniert?
00:21:44: Kamacher aber für eine reale Gewalt da.
00:21:46: Und das hat mir wieder einmal gezeigt, was für eine große Schriftstelle risse, tiefen Schärfe auch Olivia Lang immer wieder schafft herzustellen.
00:21:58: und oft sind ihre Figuren, oft sind Olivia Lengs Figuren ja queere Künstlerinnen.
00:22:05: Das muss man ja auch in The Lonely City sein zum Beispiel so.
00:22:09: Also Olivia Lang interessiert sich sehr vielleicht schon so fast, eine Quiere-Shenie-Mythos-Geschichten.
00:22:19: Also wo praktisch aus einer Genialität die ein Quierer Künstler in hat auch so eine Vereinsamung entsteht, die oft einen Gewalt kippt.
00:22:29: und das schafft sie anhand dieses Filmjahrs, Italienischen Filmjahres, Ninzenfünfund Siebzig auf eine Art und Weise.
00:22:35: Das ist Konkord um Aufhören zu lesen weil ich habe noch nie so ein Buch über Film gelesen wie Film dargestellt wird.
00:22:42: Also, ich könnte jetzt noch sehr lange darüber... Ich finde auch das Cover sieht aus wie so eine Filmrolle die ein bisschen angeschwärzt ist und man sieht auch dass es Danilo Donati, genau der ist sogar hier von drauf zusammen mit Fellini Oliver Leng bucht er Träume im Inselverlag erschienen und von Thomas Mo übersetzt.
00:23:02: Ich
00:23:02: freue mich noch drauf.
00:23:04: Es hat mir jemand zu Hause aus der Hand gerissen deswegen.
00:23:06: Man bekommt große Rom und wenn jedes Sehnsucht, wenn man das liest...
00:23:10: Ich möchte einmal ganz kurz bevor wir zum nächsten Buch übergehen die anwesenden Zuschauerinnen des Livestreams fragen ob ihr alles gut sehen könnt weil ich habe gerade so ein Problem gehabt beim Laden des Streams.
00:23:18: Ich will nur mal einen Mal ganz kurz wissen Ton okay Bild okay sagt es doch mal ganz kurz.
00:23:23: und während ihr das sagt feiere ich den diesjährigen Buchpreisgewinner, wir müssen ja seit Neuestem haben Ludwig und ich uns ja abgesprochen.
00:23:31: Dass wir uns doch vorher die Titel schicken, die wir besprechen.
00:23:34: Ja, Maria!
00:23:34: Ich fand es einfach so krass, dass du mir irgendwie ... Wann hast du es mir geschrieben?
00:23:37: Zwei Wochen, dass Du das Buch besprechen willst... War es letztes Jahr auch schon so?
00:23:41: Du hast die Hollen darin schon weit aus.
00:23:45: Ich hatte einfach echt... Also ich möchte einmal ganz kurz diese komplette Shortlist loben, ich habe mehrere Titel gelesen und in alle zumindest reingelesen und dieses Shortlist ist wirklich schon ganz überragend gewesen.
00:23:57: Ich möchte einmal sagen dass das Shortlist sowieso so großartig war aber ich hab mir so unfassbar gewünscht, dass Schäder Basia mit den Lücken den Buchpreis bekommt.
00:24:07: in den Himmel loben, dass sie es genau so gemacht haben.
00:24:11: Und ich habe das Gefühl... Ich wollte es wirklich besprechen bevor es diesen Preis bekommen hat.
00:24:17: aber es ist auch so richtig, dass so viel über dieses Buch gesprochen wird, über das man eigentlich fast nichts sprechen kann weil man die Geschichte nicht so gut wiedergeben kann.
00:24:26: Shader Basia und ihr habt's bestimmt alle schon irgendwo mal gesehen oder gelesen er findet den fiktiven Ort Heimesbach im Hund zurück der ein Gau-Musterdorf gewesen ist, zu Nazizeiten.
00:24:41: Das bedeutet... Nazizeiten klingt auch schwierig.
00:24:44: Es klingt so, als wären die Nazi-Zeiten je vorbeigegangen und auch darüber informiert dieser Roman auf sehr kluge Weise.
00:24:52: Also Gaum-Musterdorf bedeutet das es sozusagen ein Musterdorff der Nazis war.
00:24:57: man hat sehr früh Gebäude errichtet Ausbildungsstätten für den jungen Nazi Nachwuchs.
00:25:04: Man hat sich sozusagen gebrüstet wie großartig dieses Buch dieses Dorf funktioniert Und das ist der Fall gewesen, in dem Ort, in den Schäder Basia wirklich aufgewachsen ist.
00:25:18: Das war Hermes Keil und sie hat relativ – ich weiß gar nicht ob es ihr später von erfahren hat aber es gab zwei Tausend Achtzehn meine ich ein wichtiges Buch was auch im Anhang erwähnt ist.
00:25:31: über die jüdische Bevölkerung von Hermes-Keil und das hat ihr nochmal sehr die Augen geöffnet habe ich zumindest ein Interviews gelesen und daraufhin hat sie diesen Roman geschrieben.
00:25:41: Der ist so großartig und so komplex.
00:25:43: Man kann ihn wirklich schwer nach erzählen, aber im Prinzip muss man sich vorstellen eine junge Frau die gestorben ist kehrt als Seele zurück.
00:25:51: Die ist weit weg aus diesem Heimesbach.
00:25:53: mittlerweile hat auch nur ne kurze Zeit dort gelebt.
00:25:56: Sie ist im Kriegsgebiet geboren ist dann dorthin geflüchtet und hat dann drei Jahre dort gelebet Und ist dann weg und isst denn anderswo gestorbend?
00:26:04: Es ist relativ schnell klar.
00:26:06: diese Seele sozusagen schwebt über allem und das gibt ihr den die Möglichkeiten und die Mittel, sich durch die Zeiten zu bewegen.
00:26:14: Und zurückzukehren nach Heimesbach in dieses Dorf über die letzten neunzig Jahre – die Leute, die dort gewohnt haben, zu beobachten und ihre Lebensgeschichten sozusagen nachzuverfolgen.
00:26:26: Und Shader Basia packt sozusagen ein riesengroßes Personal aus diesem Dorf.
00:26:33: Ich glaube wir reden da von ungefähr dreitausend Einwohnern.
00:26:37: Davon sucht sie sich immer welche aus in diesen neunzig Jahren und wie in so eine Box gucken wir kurz in eine Geschichte rein.
00:26:47: Und wir beginnen in den zwanziger Jahren, springen danach aber ins Ende der achtziger.
00:26:51: Dann springen wir zurück in die dreißiger, dann springen in die Mitte der siebziger, die dieser ganze Zeit, die Zeitspanne umfasst.
00:27:00: aus den zwanziger Jahren bis ins Jahr zwei Tausend Elf ist glaube ich das aktuellste.
00:27:04: also neunzig Jahre werden dort erzählt und es sind immer verschiedene Figuren die erzählen.
00:27:10: Und manchmal tauchen die Figuren wieder auf und man kann Schlüsse daraus ziehen und man kan sehen a diese absolut bistige BDM Turnlehrerin damals für die Jugend gewesen in den in den Siebzigern und Achtigern noch, weil sie einfach so eine drahtige Person war.
00:27:34: Genau.
00:27:35: Manchmal kann man das gut nachverfolgen.
00:27:37: manchmal gibt es aber auch nur wie ein Schlaglicht auf einen Menschen-Einschicksal um.
00:27:43: was besonders Interessantes ist dass Schelder Basia mit ganz großer Präzision und ganz viel Recherche muss darin gesteckt haben.
00:27:53: Das Schicksal der jüdischen Bevölkerung, also von diesen dreitausend Dorfbewohnerinnen waren ungefähr forty-five Juden.
00:27:59: Kaum einer hat von denen überlebt.
00:28:02: Und da erzählt Shader Basia mit einer ganz großen Verantwortung und Genauigkeit von Menschen die von heute auf morgen wirklich so gemerkt haben, wir sind hier wirklich nicht sicher.
00:28:16: Wir wissen alle was passiert ist.
00:28:17: Wir haben alle diesen Geschichtsunterricht gehabt ja und wir tun es aber immer so weg als wäre das eben eine andere Zeit gewesen und es war eigentlich nicht unseres.
00:28:26: und dieses dass so nah an sich heranlassen.
00:28:29: ich glaube das ist etwas was man sehr gut was man besser leisten kann, wenn man das an vertrauten Orten abmacht.
00:28:36: Wenn man dieses Dorf, das man kennt sieht und weiß, dieses Haus hat einem jüdischen Kaufmann gehört der brutal nicht nur enteignet wurde, der um sein Leben fürchten musste dem alles weggenommen wurde.
00:28:49: und dann sind aber auch die deutschen Nachbarn gekommen und haben geguckt was sie sich da unter den Nagel reißen können.
00:28:55: Das sind alles so Geschichtsbuchinhalte, die wir so real noch mal in uns reinfräsen müssen.
00:29:02: Dass sie eben wirklich im Wimpernschlag erstens her sind und zweitens ja sich die Situation auch wieder so extrem verschärft.
00:29:10: Und ich finde Schelder Basia schafft es das dieses Heimesbach was als Beispiel steht für ein deutsches Dorf indem sowas passiert ist Das ist wie so eine Blaupause.
00:29:23: Es könnten auch unsere Dörfer gewesen sein, in denen wir groß geworden sind und das habe ich mich beim Lesen immer wieder gefragt.
00:29:29: Ich hab eigentlich immer wieder an kleinere, eigene
00:29:32: Dürfe.
00:29:33: Ja es waren
00:29:34: unsere Dürfer auch.
00:29:35: Es gab ja keine deutsche Stadien... Also vielleicht waren manche ja nicht so geplant als wirklich dass man die Architektur auch irgendwie so nationalsozialistisch aufgebaut hat.
00:29:43: aber inhaltlich also von den Menschen wie sie sich verhalten haben, das ist ja in jeder Stadt so gewesen.
00:29:49: In diesem Buch ist es, dass es dann natürlich auch bis in diese Gegenwart geht.
00:29:53: Bis in die Siebziger, Achtziger und Nullerjahre usw.
00:29:55: Und dann Menschen aus Kriegsgebieten fliehen müssen heute dort in Heimesbach eine kurdische Familie, eine iranische Familie zu Flucht finden.
00:30:09: Und eben auch diese wahnsinnige Diskrepanz zwischen da kommen die aus riesengroßen Metropolen, aus Teheran und weißt du nicht noch wo.
00:30:16: Und dann kommen sie in dieses heimesbacher Kraft und werden ja dann auch noch so behandelt als wie das ja häufig passiert wenn Leute irgendwie die deutsche Sprache erst lernen dass man sie irgendwie behandelt also wüssten sie irgendwie nicht so genau wie es in der Welt läuft.
00:30:30: und dabei ist eben so völlig das Gegenteil der Fall.
00:30:33: Das eben ein Ort geschlagen und wirklich auch, wo der Mob sich zusammengerüttet hat wie überall.
00:30:42: Dann so ein Zufluchtsort wird für Menschen die hier eben auf Schutz und Hilfe hoffen.
00:30:51: Das zeigt sie eben auch ganz deutlich – und auch, wie sich natürlich der Rassismus durchzieht, wie die Nazi-Touren Uschi eben immer noch lange mit Jugendlichen zusammen ist.
00:31:04: Wie der KZ Arzt nach dem Zweiten Weltkrieg ungehindert plötzlich weiter praktizieren darf weil er einfach das richtige Papier bekommt und dann alles bei sie reingewaschen ist.
00:31:16: aber auch Wie es dann heißt, wir hätten ja alle den Juden geholfen.
00:31:21: Die Synagoge haben wir auch nicht angezündet.
00:31:23: Wir waren ja nicht so schlimm.
00:31:24: und also wie sozusagen dieses auch kollektive... ...wir waren ja eigentlich heimlich alle Helfer- und Unterstützer- und Hiderstände.
00:31:35: Ja das hat sich durch viele Geschichten erzieht.
00:31:40: Und was Schäder Basia eben auch zeigt ist eine Kon- Tinoität von Gewalt, die sich durch alle Zeiten zieht.
00:31:48: Wann immer es darum geht uns abzugrenzen von Menschen, die wir für wichtig weniger wert halten wann immer wir dazu einen Vorteil haben mit der Masse zu laufen.
00:31:59: das finde ich so große wichtige Fragen.
00:32:02: und jetzt eine letzte Sache noch.
00:32:03: Das klingt alles wahnsinnig schwer und alles sehr geschichtsgeladen usw.
00:32:08: Aber es liest sich und das ist noch eine große Qualität zusätzlich, finde ich bei diesem Roman.
00:32:15: Ich habe das so, so kraft gelesen!
00:32:18: Ich bin in jeder einzelnen Geschichte wie so abgetaucht und egal ob sie einen Nazi-Braut porträtiert literarisch oder einen geflüchteten Kurden der jetzt Hausmeister an der Schule ist und irgendwie überlegt wir Weil er keine Schultüte kennt und eigentlich auch nicht weiß, sein Kind wird demnächst eingeschult.
00:32:38: Und alles ist irgendwie neu und unbekannt und wir mit ersten hilfsbereiten Menschen... da zu tun hat und irgendwie versucht sein Leben irgendwie gutzumachen.
00:32:49: Man ist bei jeder Figur so ganz nah dran, man hat bei keiner einzigen das Gefühl die ist jetzt eine Blaupause, die hat eine Funktion, die soll uns dieses oder jenes zeigen.
00:32:59: Und es hätte ich bei Sonnenroman auch völlig legitim gefunden wenn es das braucht.
00:33:02: aber Schäderbasier schafft es einfach den allene eigene total... glaubhafte Tiefe zu geben und ich habe das wirklich, wirklich schlimm bei diesem Thema.
00:33:11: sozusagen finde ich was.
00:33:12: Ich habe es so gern gelesen.
00:33:14: Also ich konnte auch zum Teil überhaupt nicht aufhören einfach.
00:33:17: Ich war ganz froh um diese ganzen Perspektiven die sie uns da schenkt und literarisch fand ich es ein Knaller und deswegen auch so fair verdienter Buchpreis für die Lücken von Schäder Basia.
00:33:28: Es ist auch interessant, dass das so in einem Jahr wo praktisch jetzt im Sommer glaube ich war.
00:33:33: Dass diese NSDAP-Akten ja geöffnet wurden, wo dann jeder mal nachgucken kann während der Familie da jetzt Mitglied war oder nicht?
00:33:40: Die Illusion
00:33:42: sowieso absurd.
00:33:43: ist es da irgendjemand.
00:33:45: Ich glaube sie ist jetzt dieser Woche oder nächste Woche im Literaturforum im Prechthaus und liest daraus also...
00:33:52: Sie wird bestimmt viele Lesungen machen und ihr solltet hingehen wenn ihr könnt und wenn nicht, dann solltete auf jeden Fall die Lücken lesen.
00:33:59: dann denken wir über die Lücken, die es in unseren Erzählungen gibt und in unserem Leben.
00:34:07: Und in den Häusern in unseren
00:34:08: Dörfern.
00:34:09: Ja ich finde das auch gar nur ein Seren hat das
00:34:11: Koffer.
00:34:12: Das kommt übrigens im November nach Berlin ins Literaturhaus.
00:34:18: live erleben will.
00:34:21: Wir
00:34:22: haben jetzt noch zwanzig Minuten für vier Bücher, das heißt es redet mit doppeldeckes Mindestgänzchen... Tut uns leid aber
00:34:27: nachdem der Livestream letztes Mal nach einer Stunde abgebrochen ist wollen wir kein Risiko mehr eingehen?
00:34:31: Jetzt red ich über eine Autorin die ja ganz sicher noch nie besprochen wurde weil Wand an Wand ist.
00:34:37: das der erste Roman von Maya Sade.
00:34:40: Manche sagen auch Maya Sateh, manche sagen Maya Zadeh Ich hab alles schon gehört.
00:34:44: Ich sag
00:34:44: Maya Zadae, ich wusste gar nicht was das ist Aber vielleicht können ich völlig
00:34:48: falsch.
00:34:49: ihr könntet sie eventuell schon kennen, weil es ist die Chef-Tramaturg an der Schaubühne und schreibt sehr viel.
00:34:53: Da hat er schon viele Stücke geschrieben und mindestens eins auch schon inszeniert dort nämlich die Spinner als ein Monolog mit Caroline Peters.
00:35:01: Und dieser Monolog ist auch ein Teil dieses Romanen.
00:35:04: In der
00:35:05: Küche?
00:35:06: Ja Den habe ich
00:35:07: geguckt?
00:35:09: Nein Kannst du jetzt gleich mal sagen wie gut ich jetzt darüber rede?
00:35:11: Also Sie hat diesen Monolog hat sie umgebaut und in diesem Roman hinein gewurschtelt.
00:35:19: Das sagt man Literaturwissenschaft ist richtig.
00:35:22: Und zwar ein Wand an Wand, da geht es um mein Haus im Prenzlaue Berg und das ist ein bisschen wie einen Episoden-Roman.
00:35:32: also Majazade guckt so in verschiedene Wohnungen hinein und erzählt immer aus der Istperspektive eines dieser NachbarInnen und erzählt deren Geschichten.
00:35:42: So, ich glaube es sind insgesamt zwölf oder dreizehn Geschichten, manche kommen mehrmals vor, nämlich die Autorin Maya hat drei Geschichten alle anderen haben nur eine.
00:35:50: Maya hat immer dreckige Brillenkläser und kümmert sich um ein Kind das heißt Lia und die Lia ist die Tochter von Maya's Freundinnen und die Freundin ist bei einem Verkehrs- und Verumslegen gekommen.
00:36:03: deswegen kümmern sie sich um diese Lia.
00:36:05: So, es geht also um Verlust in dieser Geschichte und an vielen anderen auch.
00:36:09: Ich habe mir jetzt einen kleinen Spickzettel gemacht weil ich finde in solchen Episoden-Romanen das man dann immer genau weiß welche Figur was gemacht hat.
00:36:18: Das ist manche gegen das Leiste nicht so.
00:36:22: Da gibt's zum Beispiel Reinald.
00:36:23: Reinald wohnt glaube ich im Vorderhaus wie doch gar keine Rolle wo er wohnt auf jeden Fall auch in dem Haus Und der ist ein Keano Wiefs Bubel.
00:36:30: Also immer wenn Keanu Reeves
00:36:32: irgendwo
00:36:34: in Keanu Reese unterwegs ist und mal seine Ruhe haben will, dann läuft er auch in der gleichen Stadt rum.
00:36:40: Damit alle Journalisten ihn hinterherlaufen.
00:36:42: Das wurde noch meistens so getroppt.
00:36:43: also hier heißt es so ja Keanu-Reeves geht ins Doßmann.
00:36:46: Dann sind alle dort und filmen ihn und sagen ja geil im Wirklichkeit ist aber Keanu Rees im Botanischen Garten mit seiner Freundin.
00:36:54: Dann gibt es eine Geschichte, die fand das sehr berührende Art.
00:36:58: Eine Rebecca hat einen, weil ihr wird ein schwerer Krebsdiagnostiziert und dann geht sie in das Beerdigungsinstitut auf der anderen Straßenseite im Prenzlaue Berg und bricht dort mit der Beerdigungstitutmitarbeiterin und plant ihre eigene Beerdighung, weil sie hat keine Angehörigen.
00:37:15: Sie hat ihr ganze Leben im Galerie Kaufhof am Alexanderplatz gearbeitet und war dort auch sehr verbunden mit den KollegInnen.
00:37:23: aber Sie hat außen eine Cousine, die irgendwo wohnt.
00:37:26: Niemand.
00:37:26: Sie ist ultra einsam so.
00:37:28: und dann sagt sie ja, sie müssen mit jedem Montag um zehn anrufen.
00:37:31: wenn es nicht rangehen müssen sie in den Arzt.
00:37:34: Dann liegt es wahrscheinlich tot in meiner Wohnung.
00:37:36: also er hat's zerreißen diese Geschichte.
00:37:39: Dann gibt es zum Beispiel, das ist eine sehr lustige Geschichte.
00:37:43: Stefan und Theresa sind ein Paar, die sind seit zwanzig Jahren zusammen.
00:37:46: Ich weiß gar nicht, was er arbeitet.
00:37:47: Sie ist Theaterpädagogin in einer Schule, hat immer so einen turbanen Tuch um.
00:37:52: Und dann gucken sie zusammen wahrscheinlich an der Schaubühne ein Theaterstück... ...und sie ist halt total verliebt oder findet so einen Schauspieler total gut, der irgendwie im Sinn... Klosenhänden im Salat rumblüht.
00:38:01: und der Typ, man findet es eklisch, sie findet es gut.
00:38:04: Ich denke das war irgendwie so eine Lars Eidinger-Felbengesisste.
00:38:08: Und dann sitzt sie danach halt noch in Kaffee von der Schaubühne und hofft halt dass er rauskommt.
00:38:13: Lass uns doch über irgendwas reden.
00:38:15: Sie hört ihm gar nicht richtig zu, weil sie will eigentlich nur diesen lasseidigen Schauspieler oder wen auch immer sehen.
00:38:20: Der Mann ist total genervt aber gibt sich total Mühe und versucht ein netter interessierter Mann zu sein obwohl er eigentlich nur in der Hause wird und Theater interessiert den Garnissen.
00:38:28: Und seine Frau behandelt ihn nur schlecht die ganze Zeit.
00:38:31: Sie ist so richtig fies zu ihm und ignoriert ihn auch.
00:38:34: und dann denkt man es ist so diese sind zwanzig Jahre zusammen Es ist da gar keine emotionale Sympathie mehr da oder so was.
00:38:43: Und wie sie... und ich finde, da ist sie auch wirklich stark.
00:38:45: Da merkt man auch, sie kommt aus dem Theater weil diese Dialoge und dann ist in seinem Kopf drin.
00:38:51: Er kommentiert immer die Dialogee mit ihr.
00:38:53: Hat ja alle Scheitern!
00:38:54: Also es ist ein völliges Aneinander vorbeiregnen.
00:38:57: Und da ist Sie auf jeden Fall sehr, sehr stark.
00:38:59: Wen gibt's denn noch?
00:39:01: Zum Beispiel gibts noch Jürgen der wohnt im Hinterhaus und dessen Frau gesturben und daraufhin ist er mit Paul zusammen gekommen So irgendwie als alter Mann, nochmal hat er so seinen Outing.
00:39:10: Hat sich aber vorher auch ganz lieb um seine Frau gekümmert.
00:39:13: und dann kommt einmal seine Tochter zu Besuch die sich nie darum gekümpft hat dass die Mutter gestorben ist.
00:39:18: Und beleidigt ihn eigentlich nur und sagt so ja wie bist du jetzt mit diesem Typ zusammen?
00:39:26: Kommt raus das dieser Paul mal früher auf den Striss gearbeitet hat.
00:39:29: Also ja, wieso bist du in den Ezt gestorben und keine Ahnung.
00:39:33: Und dann sagt dieser Jürgen zu seiner Tochter ist, dass du gehst und es will keinen Kontakt mehr zu dir haben weil du bist so ein kaltherziges Monstrum geworden.
00:39:41: Du bist da meine Tochter aber das was du geworden bist als erwachsene Person, ich kann einfach keine Sympathie für dich entwickeln.
00:39:49: Das fand ich auch sehr stark, weil das glaube ich schon sein kann, dass man sich halt auch wenn man in einer Familie in seinen Denken und seinen Werten soweit voneinander entfernt.
00:40:01: Prostant ist, dass die es umtreten.
00:40:02: Normalerweise ist das ja anders.
00:40:04: Die Kinder dann irgendwie quieseln und die Eltern damit nicht klarkommen was ein schöner Gedanke ist, das mal zu drehen.
00:40:10: Und da ist es auch wieder, also das spielt dann... Also meistens sind das so Szenen die an einem Ort und in einer Zeit stattfinden.
00:40:16: Und werden aber Paul und Jürgen so die Ersatzgroßeltern für LIA am Ende?
00:40:20: Nee, nee, also es gibt zwar zum Schluss einen Grillfest, sie bindet das dann auch irgendwie zusammen wo diese sich begegnen, aber im Grunde sind es eigentlich einzelne Szenes.
00:40:28: Ich habe auch ein bisschen dieser tiefere Ebene von okay was will uns eigentlich dieses dieser Mix aus diesen Einzelgeschichten als Gesamtbild zeigen?
00:40:36: Das habe ich so ein bisschen vermisst.
00:40:38: Ich finde ja, das Cover mit den Waben deutet schon an als wären es alles eine Kammer und man kann es eben auch nicht immer im großen Pilzgewebe verstehen.
00:40:47: Und trotzdem ist es so ein Kosmos.
00:40:50: Also das freut sie auch in einer Stelle, dass das mit diesen Waben so lebt.
00:40:54: Aber für mich ist das trotz... Es geht viel um moderne Einsamkeit würde ich sagen und selbst wenn man mit anderen Menschen zusammenlebt, dass man nicht gut miteinander spricht sehr einsam ist in dieser Großstadt, in dieser jetzt Zeit.
00:41:09: Das ist Madison Seitzverlag, das ist die Maja Sade Wand an Wand.
00:41:13: Schön, dass es da auch... Was hast du uns noch
00:41:16: mitgebracht?
00:41:16: Ich habe mal wieder eine Regina Denk mitgebracht.
00:41:18: Noch so ne Stammgäste.
00:41:19: Ja, ich bin wirklich leid.
00:41:21: Aber ich hänge auch an meinen Leuten.
00:41:23: Ja schön!
00:41:24: Tatsächlich hab' ich die Schwarzgeherin besprochen nachdem sie raus ist und fand die ganz toll und hab den Fährmann lange liegen gehabt Rumors gehört, worum es geht und habe mich dann eigentlich ehrlich gesagt.
00:41:36: Ich sag's jetzt mal echt ich hab mir nicht richtig dran getraut Und ich will es euch jetzt aber trotzdem erzählen weil ja es ist echt hart Aber man sollte es trotzdem ganz ganz unbedingt lesen.
00:41:45: Es geht um Vier junge Leute eigentlich.
00:41:48: das gibt den Hannes und Elisabeth und Anne-Marie und Josef.
00:41:53: also die können wir uns merken.
00:41:56: Es spielt Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, also kurz vor dem Ersten Weltkrieg.
00:42:01: Und es spielt einem Fluss der Salzach heißt und Österreich und Deutschland trennt.
00:42:06: Und der Hannes ist ein bisschen, der alles zusammenhält und auch so ein bisschen im Wort sind.
00:42:11: Weil er nicht der älteste Sohn seiner Bauerseltern.
00:42:14: Deswegen kann er den Hof nicht erben aber er soll zu seinem Onkel gehen.
00:42:19: Der ist schon immer Fairmann gewesen auf der Salzach weil es braucht halt einen starken allein stehenden Mann, der da auf dieser Fähre steht und die eben immer über dieses tosende Wasser zieht damit die Leute mit ihren Fuhrwerken manchmal auch von Österreich nach Deutschland über die Salzache kommen haben natürlich Verbandlungen überall und Geschäfte überall.
00:42:38: Und es ist quasi seine Aufgabe, der Hannes soll das eben vom Onkel übernehmen und soll künftig dort im Fährhaus alleine wohnen und den Dienst tun.
00:42:48: Weil das ständig auch Leute sterben dabei, haben die natürlich auch keine Frauen oder Kinder zu haben, sondern müssen alleinstehende, kluess fast so mönchische Männer
00:42:56: sein.".
00:42:57: Elisabeth und Annemarie, die sind ziemlich befreundet.
00:42:59: Elisabet ist so eine Tochter von ziemlich reichen Bauern.
00:43:02: Und Annemari ist auf der gegenüberliegenden Seite der Salzsache, die Tochter vom Wirt.
00:43:08: Die wachsen zusammenauf und sind befreündet.
00:43:10: Das sind auch zu drittbefreundete mit diesem Hannes... Die Annemarie ist als Tochter von diesem Wirt aber so einer besonderen Schwierigkeit ausgesetzt, weil das natürlich so ein Familienwirtshof.
00:43:21: und die Mutter sagt eben auch naja wenn du jetzt eine Runde mit dem Bier rumläufst und die kaufen halt noch mehr und die bleiben noch ein bisschen sitzen lasst dir doch auf den Po klatschen ist doch nicht
00:43:29: so schlimm.
00:43:30: Also alles was sozusagen damit anfängt saugt die Annemari schon ganz ganz früh auf und verliert sozusagen so ein bisschen den ganz natürlichen feministischen Freiheitsdrang denen sie eigentlich hätte.
00:43:44: dieses Familienunternehmen auch irgendwie mittragen muss, weil alle immer kurz vor der Pleite stehen und das immer auch harte Winter sind.
00:43:50: Und man irgendwie gucken muss, dass man
00:43:52: durchkommt.".
00:43:53: Die Lisa Bettin gegen die glaube ich so ein bisschen in den Hannes verliebt ist unter Hannes schon auch an sie.
00:43:58: Die muss dann aber den Josef heiraten von den reichen Bauern gegenüber sozusagen einfach um die Hürfe zusammen zu legen und das ist ihre Pflicht.
00:44:04: Die Lisa Bettis sehr ordentlich und sehr brav.
00:44:06: also macht sie das und man hofft es geht gut!
00:44:09: Und das ist was, was ich Regina denke wirklich unfassbar hoch anrechnet.
00:44:13: Dass sie einen wirklich in diese Geschichte schickt und man denkt es geht irgendwie schon noch gut aus.
00:44:17: Es wird schon auch gut ausgehen oder?
00:44:19: Ich lese es die ganze Zeit und denke es wird schon gut aus gehen Und natürlich entpuppt sich dieser Josef und ich sage damit jetzt glaube ich nicht zu viel, als wirklich sadistisch das Arschloch.
00:44:27: Als Schlägertyp als einer der nicht nur die Elisabeth seine Frau sondern auch die Anne-Marie aus dem Witzhaus sozusagen so... Ich weiß gar nicht wie es ausdrücken soll, so durch die Mangel nimmt.
00:44:38: also sie sind alle in Schock großer Angst vor dem.
00:44:41: Es ist ein Buch über häusliche Gewalt und es ist ein des letzten Jahrhunderts ja noch viel weniger, aber vieles von dem fühlt sich auch so an als dass es vielleicht erst zwanzig Jahre her oder vielleicht auch erst zwei und ist unser Feminismus noch gar nicht soweit fortgeschritten.
00:45:00: Die so wenig Recht an ihren eigenen Körpern, in ihren eigenen Entscheidungen haben die so wenig Mittel haben, die nicht einfach gehen können und sagen können ich halte's nicht mehr aus mit dir.
00:45:09: Und ich finde aber obwohl das jetzt alles sehr hart klingt sollte man den Fairmann trotzdem ganz unbedingt lesen weil Regina denkt, es immer wieder schafft das ins richtige Verhältnis zu rücken.
00:45:20: Auch dieser Josef ist nicht einfach bloß ein Arschloch.
00:45:22: man erfährt sehr deutlich keine Entschuldigungen, nicht irgendwelche Begründung woher das kommt.
00:45:28: aber das hat auch als Figur eine große große
00:45:30: Tiefel
00:45:31: und es bricht natürlich dieser Krieg rein der diese ganze toxische Männlichkeit und diesen ganzen Nationalismus der aufkeimt Gärkammer ist für das alles, was an toxischer Männlichkeit eben sowieso schon da ist und das reflektiert sie in einem so kaff.
00:45:51: An jeder Wendung habe ich gedacht es macht jetzt nicht wirklich.
00:45:53: Es macht jetzt vielleicht das plottgetriebenste Buch, was ich seit langem gelesen hab auch etwas, was man überhaupt nicht aus der Hand legen kann wo man abends heimlich unter der Bettdecke sozusagen noch weiter liest trotz dieser Grausamkeit zeigt, Regina denkt nichts nur um zu zeigen wie grausam Männer sein können oder so.
00:46:11: Sonst hat immer irgendwie ein Grundenzweck und es gibt eben auch diesen Hannes als warmes leuchtendes nicht toxisches Gegenbeispiel und wie der das alles zusammenhält im Fährmann.
00:46:26: Das muss man jetzt selber lesen.
00:46:27: aber ich habe wirklich hart schockiert und trotzdem wahnsinnig gern gelesen.
00:46:31: Warum heißt das der Fährmann?
00:46:33: Na weil, der Hannes ist der Färmann
00:46:34: isst!
00:46:34: Ach der ist der fär-, okay.
00:46:36: Das ist aufgepasst.
00:46:36: Da hast
00:46:36: du nicht aufgepasste aber du bist auch... Du warst auf der Messe, du hast dein Gehirn vielleicht noch nicht ganz
00:46:40: eingeschaltet.
00:46:41: Genau, der Hannes ist ja der Fährmann und darf sich eben keine Frau nehmen obwohl er in dieser Bett so sehr verliebt ist.
00:46:46: Aber was kriegt der denn für eine Frau?
00:46:48: Der muss dort der Færmann ohne Frau bleiben
00:46:51: Bis zum Schluss.
00:46:52: Das verrate ich jetzt nicht, das muss man jetzt wirklich selber lesen aber...
00:46:55: Aber es gab noch die andere?
00:46:57: Anne-Marie?
00:46:58: Ja,
00:46:58: kann der Hannes und die Anne Marie da nicht ein bisschen beruht?
00:47:00: Der Hannes Tafnisch ist der Fairmann.
00:47:04: Fies!
00:47:04: Ja, obwohl du kein Fairmann bist, aber er ist natürlich ein Liebesgespinst was sich durch dieses Buch zieht genauso wie das Gespinst der Gewalt, also muss es ja einen Ausgleich geben ...
00:47:16: ist das auch der, der immer die Leute auf den...
00:47:19: Ja du denkst an diesen, ja du denkest an diesen... In der Krise
00:47:22: sind Mythologien.
00:47:22: Ja über diesen Fluss auch, ne?
00:47:26: Läte.
00:47:27: Nee also ich bin jetzt auch zu schicks dafür aber fällt mir nachher wieder ein.
00:47:32: Genau.
00:47:32: Der Fährmann.
00:47:33: Auf jeden Fall.
00:47:34: Aber in dem Fall ist er einfach der Fährman, der verhindert dass Du in der Salzacht, die wirklich so einen Tosen da rauschender Fluss ist und auch wieder diese... Gute Verbindung zu Simone Schalberts Alphabet des Wassers, dass der Fluss eben alles sein kann.
00:47:47: Zeigt finde ich.
00:47:48: Hades!
00:47:49: Ja, da bringt die Leute in den... Aber wie heißt der Fluß?
00:47:53: Anna?
00:47:54: Irgendwas mit I, oder?
00:47:57: Okay wir müssen fertig werden.
00:47:59: Wir haben noch acht Minuten.
00:48:01: Sticks!
00:48:03: Danke, Anke.
00:48:05: Steuergötzeln vor dem Herrn und griechische Kennerin.
00:48:09: Mach mal deinen Ausdrucker.
00:48:10: Also
00:48:10: es ist gut dass du jetzt noch so über toxische Mändigkeit erzählt hast weil der Katastrophe schließt sehr gut mein Buch an in einer Autorin die hier auch schon im Podcast aufgetaucht ist und wo es das große Glück hatte sie von ein paar Jahren auch schon persönlich kennengelernt zu haben.
00:48:25: und sie glaubst für eine der klügsten Köpfe ihrer Generation Halter.
00:48:31: Sophia Fritz hat einen neuen Buch ... ein neues Buch geschrieben.
00:48:35: Der Mann, das Opfer.
00:48:36: und es ist vielleicht die Fortführung ihres letzten Buches, das hieß Toxische Weiblichkeit... Und da bei dem Titel habe ich schon damals gedacht, oh jojo, also das kann einem auch ganz schön auf die Füße fallen so einen provokanten Titel.
00:48:50: und genau so habe ich das jetzt bei diesem Titel gedacht.
00:48:53: der Mann, dass Opfer weil es gibt ja schon etliche Büßer zu kritischer Männlichkeit und die meisten sind schlecht oder die meisten Ja, aber es ist ja auch so einen bestimmten Entschuldigungsgestuss oder sowas.
00:49:10: Oder einseitig.
00:49:11: Aber das ist es bei Sophia Fritz eben gar nicht, sondern sie hat diese Gabe, dass sie auf die Menschen und ihre Problemlagen und Systemischen Hintergründe schaut in einer unglaublich empathischen verständnisvollen und versöhnenden Art und ihre Diagnose ist oder ihre Haupttese ist, dass sie ausgehend davon, das treibt sich gleich am Anfang.
00:49:39: Dass ihr Bruder sehr jung eine Überdosis gestorben ist und eigentlich ein ganz lieber sanfter Junge war aber dann glaub ich so einen Kraftsportstrudel mit anderen Bluts reingekommen ist.
00:49:50: Dann haben die es halt Medikamente irgendwie geballert.
00:49:53: im Ende ist hat er das halt leider nicht überlebt.
00:49:57: und dann hat sich so gefragt, warum ist der so geworden?
00:49:59: Wieso war er so weit von sich selbst entfernt, dass er so einen krassen Härte-Körperkult hineingekommen ist.
00:50:07: Und auch in so einem Konsumdrogen-Konsum raus hinein.
00:50:14: Das war die Anfangsüberlegung, da ist sie am Anfang sehr transparent wie es alles entstanden ist.
00:50:19: Dann versucht sie herauszufinden, Männer eigentlich so weit weg sind von ihrer eigenen Innerlichkeit.
00:50:30: Das ist ihre Hauptthese, dass das Patriarchat Männer in ihre Sozialisationen und ihr Erziehung dazu bringt, eigenen Gefühle eigentlich.
00:50:42: Es ist von den Abspalten, es ist von dem Trennen das sie nicht darüber reden können dass sie auch als Erwachsener oft sich nur über irgendwelche Äußerlichkeiten produzieren zum Beispiel darüber die halt viel Geld verdienen oder dass sie hohe Positionen haben oder dass Sie besonders stark sind oder sowas oder auch besonders laut in diesen männlichen Gruppen aufhalten.
00:51:04: und altes sind so Dinge wo die sie als Symptom einer inneren Abspaltung von sozusagen den inneren Gefühlen, den Bedürfnissen und so was sieht.
00:51:17: Und sie sagt dann auch es gibt ja sowas wie den Gender Pay Gap zum Beispiel das halt Frauen weniger verdienen und sie sagt aber auch Es gibt einen Relational Gap dass nämlich Frauen oft viel engere und tiefere Beziehungen führen sodass sie halt untereinander oder zu ihren Kindern in der Lage sind ihre eigenen Probleme zu thematisieren, darüber zu sprechen und auch es sich zu öffnen.
00:51:41: Auch mit anderen Frauen viel schneller Beziehungen eigentlich in neuen Gruppen.
00:51:45: Und Männern gelingt das halt gar nicht so sondern die... Ich habe auch über meine eigenen männlichen Freundschaften nachgeklagt und es ist tatsächlich so, dass ich mit vielen eher dann schnell anfange hier zu trinken und sowas.
00:52:01: Und das ist an einer so seltsamen Oberflächlichkeit bleibt und dass wir nie darüber reden wie es uns eigentlich wirklich geht oder was wir für Ängste haben usw.
00:52:08: Also ich habe mich da in vielen Sachen sehr auch sehr adept gefühlt oder sehr gesehen.
00:52:13: gefühelt von ihr und eine Einigte das finde ich schreibt sie auch sehr schön Männer machen halt irgendwie alles um so Status und sowas zu lang, aber das was sie auf jeden Fall immer nicht machen ist halt so Therapie.
00:52:29: Das ist halt etwas was nur Frauen machen diese Selbstreflexion und es führt dann halt auch dazu.
00:52:34: man denkt immer in patria schatzen die die Männer halt auch privilegiert.
00:52:38: aber sie sagt es stimmt gar nicht.
00:52:39: die Männer sind nicht privilegierter die sterben in der Regel früher die haben halt weniger gute Bindungen die haben eine viel höhere Suizidrate Die haben ungesundere Körper.
00:52:50: Und die sind auch in diesen männlichen Bünden oft viel weniger angekommen und glücklich, so was zum Beispiel Fußballbünde oder sowas weil das halt nur relativ oberflässliche Kurz sind.
00:53:03: Sie sagt dass es Patria schadet.
00:53:04: Das ist halt keine neue These in dem Sinne aber wie sie es begründet ist neu, dass es patria schade hat den Männern schadelt.
00:53:10: Sie überwindet das indem ihr Bindungen zueinander zulassen, zu euren Partnern, zu eurem männlichen Freund und zu eureen Kindern.
00:53:22: Weil dann kann man das patriarchal auch überwinden.
00:53:26: So sagt sie.
00:53:27: Der Mann das Obklar?
00:53:28: Genau.
00:53:29: Also ich habe beim Lesen, ich hab mir es richtig... Es wird nicht so esoterisch klingen oder sowas aber ich hatte mich beim Lesens auch das Beglück geschürt.
00:53:39: Also das sind so Erkenntnisse, die meinen Blick auf mich und auch meine Umwelt auf eine Art und Weise bereichern.
00:53:44: Die ich glaube wenn ich jetzt auch mit diesem Buch fertig bin, dass das neben mir ist mit und habe als hättest du ein bisschen ja oder so noch eine neue Dimension irgendwie noch dazu geworden.
00:53:56: Auch wenn es sich zitiert auch viele, die man auch schon vorher gelesen haben konnte also Leute, die es mit kritischer Männlichkeit auseinandergesetzt haben werden hier wahrscheinlich auch einfach viel wiedererkennen, aber in dieser Kombination und diesen Sofia Fritz Remakes fand ich das eine unglaublich bereißende, beklückende Lektüre.
00:54:11: Der Mann des Opfer von Sophia Fritz bei Hansa Berlin.
00:54:15: Viele Lieder die können ja dann auch ähnliche Themen
00:54:17: haben.
00:54:19: Die meisten merken nicht, dass Ihnen das Patriarchat auch nicht gut tut, steht hier in den Kommentaren.
00:54:23: Aber das können Sie dann vielleicht besser fühlen und zulassen und formulieren wenn sie Sophia Fritz gelesen haben?
00:54:30: Ich mache meinen Absager jetzt ganz schnell aber ich möchte auf gar keinen Fall Ich habe schon so Endzeitworte heute aus diesem Jahr geht, dieses Jahr beendet ohne Lorie gelesen zu haben.
00:54:40: Ich hab das schon im August gelesen aber wir hatten ja dann keinen Podcast und dann hatten wir diese Tschechei-Sonderfolge.
00:54:47: Und ich wollte dieses Buch so unbedingt hier noch einmal lobend liebend feiern und erwähnen weil Lorie von Anoush Müller einer der grandiosisten tollsten, wendungsreichesten, dichtesten Romane über die nicht nur DDR-Zeit.
00:55:04: Es fängt irgendwie in den Seventies an und geht dann zurück in die Siebziger und heute bis fast in die Gegenwart.
00:55:09: Und es ist so ein Roman bei dem ich alle Figuren Selbst die, die ich am Anfang überhaupt nicht verstanden habe.
00:55:17: Unfassbar!
00:55:18: Die sind mir sehr, sehr nahe gekommen.
00:55:19: Ich finde Anursch Müller schafft es auf knapp zweihundert Seiten was zu erzählen, was einen überhaupt nicht loslässt, wo man die ganze Zeit im Kopf mit dran bleibt.
00:55:28: Ich bin immer noch in diesem Bahnhofsgebäude, wo die aufgewachsen sind... ...die Erzählerin Leni und ihre fünf Geschwistern.
00:55:34: dann merkt sie irgendwann eigentlich fehlt doch da eine.
00:55:37: wir haben eigentlich ne ältere Schwester, die irgendwie nicht mehr auftaucht und über die nicht gesprochen wird.
00:55:42: Was ist denn mit der passiert?
00:55:44: Ich möchte, dass ihr Luri von Anosch Müller lest und danach finde ich könnt ihr auch noch mal besser sehen wie wenig Platz man oft nur braucht um wirklich ganz ganz dichte tolle Geschichten zu schreiben.
00:55:55: das würde ich mir wünschen.
00:55:56: wir sehen uns zur Folge achtundachtzeig am sechzehnten
00:56:02: November in Montag genau Bis dahin.
00:56:07: Wollen wir uns jetzt schon drauf?
00:56:08: Danke, Maria für das schöne Gesprächs.
00:56:10: Oh,
00:56:10: danke dir!
00:56:11: Vielen Dank euch fürs Zuschauen und wir laden den Podcast wie immer dann hoch.
00:56:16: Dann könnt ihr ihn auch gingen.
00:56:17: Schreibt
00:56:17: gerne auch in den Kommentaren welches der Büßer aus vielleicht auch bewegt hat oder worauf ihr jetzt Lust habt es zu lesen.
00:56:23: Wir danken wie immer der Stavi dass wir hier sein durften und wünschen euch jetzt eine
00:56:27: allerbeste Ort.
00:56:28: Schön im Oktober bis bald, ciao ihr.
00:56:37: Das war Blauswärts Berlin der Literatur-Podcast
00:56:41: live aus der Staatsbibliothek Berlin.
00:56:43: Vielen Dank
00:56:44: fürs Zuhören!
00:56:45: Wir hören uns im nächsten Monat.
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